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Grevesmühlen/Gadebusch : Theaterkonzept mit Wismar gefordert

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Die Theaterlandschaft ist auf dem Prüfstand. Die Schließung der Fritz-Reuter-Bühne wird sich auf das Kulturangebot auf dem Lande auswirken. Was dann ab 2013 wird, liegt in den Händen der Politik.

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erstellt am 17.Dez.2011 | 04:13 Uhr

Grevesmühlen/Gadebusch | Die Theaterlandschaft in Westmecklenburg ist auf dem Prüfstand. Die jetzt angekündigte Schließung der Fritz-Reuter-Bühne wird sich auf das Kulturangebot auf dem Lande auswirken. Am morgigen Sonntag gastiert das Ensemble mit zwei Vorstellungen vor ausverkauftem Haus im Rauchhaus Möllin. Was nach der angekündigten Bühnenschließung ab dem Jahr 2013 mit dem Kulturangebot wird, liegt in den Händen der Politik.

Finanzspritzen aus Nordwestmecklenburg wird es nicht geben. Eine entsprechende Anfrage von Schwerins Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow (Linkspartei) an Landrätin Birgit Hesse (SPD) blieb ohne Erfolg. Hesse betonte vor dem Kreistag, dass man um die Problematik der Landesmittel wisse, die Schwerin nur unter der Prämisse ausgezahlt werden, wenn der Landeshauptstadt eine Kooperation mit den Nachbarkreisen gelingt. "Es kann aber nicht unser Ziel sein, durch eine reine finanzielle Beteiligung unseren Haushalt zu schwächen", sagt Hesse. Aus 50 000 Euro könne schnell eine Million Euro werden. Folglich fordert die Kreischefin zur Rettung der Theaterspielstätten im Land eine Gesamtkonzeption, in der aus Nordwestmecklenburger Sicht "das Theater Wismar mit in die Waagschale gelegt werden muss".

Kritik gibt es zu den aktuellen Finanzierungsplänen der Theaterlandschaft. Hesse betont: "Das ist keine kommunale Aufgabe, die allein Schwerin und Rostock meistern müssen." Die SPD-Landrätin geht somit auf Gegenkurs zu SPD-Minister Matthias Brodkorb, der die Städte in der Bringepflicht sieht.

Für den Monat Januar sind weitere Gespräche mit Vertretern aus Schwerin, dem Landkreis Ludwigslust-Parchim sowie Nordwestmecklenburg geplant. Dabei will Hesse sich für eine Außenspielstätte Wismar in einer Gesamtkonzeption inklusive Finanzierung stark machen.

Heftige Kritik kommt aus den Reihen der Linkspartei, die die Haltung der Landesregierung als "Abwälzung kulturpolitischer Verantwortung" einstuft. In einer gemeinsamen Pressemitteilung der Linksfraktionen aus Schwerin und beiden Landkreisen Parchim-Ludwigslust, Nordwestmecklenburg stuft Björn Griese (Linkspartei NWM) "die gegenwärtig verabreichten Geldspritzen an einzelnen Theaterstandorten als kopflose Rettungsversuche" ein. Griese unterstützt die Forderung seiner Partei "die zu erwartenden Steuereinnahmen des Landes in Millionenhöhe zumindest teilweise für den Erhalt der kulturellen Vielfalt zur Verfügung zu stellen". Die Landkreise und kreisfreien Städte sollten jedoch nicht gegeneinander ausgespielt werden, heißt es in der Mitteilung der Kommunalpolitiker aus Westmecklenburg.

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