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Theater- und Orchesterlandschaft MV : Theaterdebatte: Schwerin will Qualität

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In der aktuellen Theaterdebatte haben sich Schwerins Spitzenpolitiker positioniert: Sie wollen ein Theater mit Niveau und suchen dafür Partner.

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erstellt am 07.Okt.2012 | 08:15 Uhr

Schwerin | Die Vorschläge des Landes für die Neugestaltung der Theater- und Orchesterlandschaft in Mecklenburg-Vorpommern liegen auf dem Tisch, nun wird über die neun Modelle und weitere Varianten debattiert. Heute ist das Thema Gegenstand der Stadtvertretersitzung. Dabei geht es vor allem darum, den Fahrplan für das weitere Vorgehen der Landeshauptstadt abzustimmen, denn die Problematik ist höchst sensibel. Es geht nicht nur um langfristige und dauerhafte Absicherung des Kultur- und Bildungsauftrages, es geht auch um Geld, viel Geld. Schließlich unterstützt Schwerin trotz klammer Kassen den Theaterbetrieb alljährlich mit 6,5 Millionen Euro, hinzu kommt rund eine Million aus dem Landeshauptstadtvertrag.

"Wir haben ein Leuchtturm-Theater, sowohl was seine künstlerische Qualität als auch das Einspielergebnis betrifft. Aus meiner Sicht ist es wichtig, in den anstehenden Gesprächen und Verhandlungen zu sichern, dass dieses hohe Niveau auch künftig erhalten bleibt", sagt Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow. "Mir als Schwerinerin wäre natürlich von den neun vorgeschlagenen Modellen die so genannte Leuchturmtheater-Variante Schwerin die liebste, aber darüber wird zu verhandeln sein. Wir sind gesprächsbereit für die Suche nach tragfähigen Lösungen, die sicher Kompromisse enthalten werden."

Der Zeitplan ist eng gestrickt. Nachdem Kultusminister Mathias Brodkorb am 25. September seine neun Konzepte vorgestellt hatte, hat sich der Aufsichtsrat der Schweriner Theater GmbH am vergangenen Mittwoch kurz auf das weitere Vorgehen verständigt. Die nächste ausführliche Beratung ist für übermorgen angesetzt. Zwei Tage später reist eine Schweriner Abordnung mit Stadtpräsident Stephan Nolte und Theaterintendant Joachim Kümmritz nach Rostock, die Kultursenatorin der Hansestadt hat zu einer zweiten Verständigungsrunde eingeladen.

Handfest verhandelt wird am 19. Oktober. Dann findet der erste Workshop mit Theaterträgern, Vertretern von Landkreisen und kreisfreien Städten Mecklenburgs im Rathaus statt. Geplant ist, dass in der Schweriner Verhandlungsdelegation Vertreter aller Fraktionen der Stadtvertretung sitzen. "Wir wollen den ganzen Diskussionsprozess so transparent wie möglich gestalten. Deshalb hoffe ich, dass die Stadtvertretung auf ihrer heutigen Sitzung diesem Vorgehen zustimmt", so Gramkow.

Stadtpräsident Nolte stärkt der Oberbürgermeisterin den Rücken: "Ich bin guter Hoffnung, dass wir in der Stadtvertretung einen breiten Konsens dafür finden und sich alle demokratischen Fraktionen in diesen Prozess konstruktiv einbringen." Zugleich macht der Aufsichtsratsvorsitzende des Theaters aber auch klar, dass aus seiner Sicht ohne Kooperationen keine nachhaltigen Lösungen erreichbar sein werden. Eine Zusammenarbeit mit Rostock böte sich an", so Nolte.

Wichtig ist beiden Kommunalpolitikern in jedem Falle eine Beteiligung des Landes am Theater. "Wir haben lange darum gekämpft, dass auch das Land in die Verantwortung genommen werden muss", sagt Gramkow. "Das rückt jetzt in greifbare Nähe."

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