Linke will im Parlament diskutieren : Theater Thema im Landtag

So harmonisch  wie auf der Bühne – hier „Im weißen Rössl“ – geht es hinter den Kulissen schon lange nicht mehr zu.
So harmonisch wie auf der Bühne – hier „Im weißen Rössl“ – geht es hinter den Kulissen schon lange nicht mehr zu.

Seit Monaten rumort es am Mecklenburgischen Staatstheater in Schwerin

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09. Dezember 2018, 20:00 Uhr

Der offen ausgebrochene Streit zwischen Ensemble und Intendanz am Mecklenburgischen Staatstheater in Schwerin wird Thema im Landtag. Auf Antrag der Linksfraktion befasst sich das Parlament in seiner letzten Sitzung in diesem Jahr mit dem schon länger schwelenden Konflikt. In mehreren Schreiben hatten Mitglieder verschiedener Sparten Vorwürfe gegen den Generalintendanten und Geschäftsführer Lars Tietje erhoben. Kritik gab es unter anderem an Spielplangestaltung, Personalentscheidungen und fehlender Kommunikation. Voraussichtlich am morgigen Dienstag sollen die offenkundigen Zerwürfnisse Thema einer Gesellschafterversammlung sein, ehe dann am Freitag der Landtag darüber debattiert.

„Während an allen anderen Spielstätten des Landes relative Ruhe eingekehrt ist, rumort es ausgerechnet an dem Haus, dessen Mehrheitsgesellschafter das Land ist“, sagte die Linken-Abgeordnete Eva-Maria Kröger. Die Belegschaft sei mehrheitlich mit der Arbeit des Intendanten unzufrieden, der auch auf Wunsch des Landes in dieses Amt gekommen sei. „Für meine Fraktion ist klar, dass das Land die Hauptverantwortung für das Schweriner Theater hat. Sowohl für die Arbeitnehmer als auch die wirtschaftliche Bilanz.“ Wenn Mitarbeiter spazieren geschickt würden, statt sie spielen zu lassen, sei das für den Ruf als Künstler ein Desaster und für das Haus wirtschaftlich nicht vertretbar.

Tietje hatte in Medienberichten sein Vorgehen unter anderem mit Sparzwängen gerechtfertigt, Konflikte an seinem Haus jedoch eingeräumt und sich gesprächsbereit gezeigt. Er war vor drei Jahren aus Nordhausen nach Schwerin gewechselt und besitzt bislang die Rückendeckung von Kulturministerin Birgit Hesse (SPD). Vor einem Jahr hatte der Intendant mit der schriftliche Aufforderung, beim Theaterball auf „unabgesprochene politische Äußerungen“ auf der Bühne zu verzichten, massive Kritik auf sich gezogen.

Theaterreform ad acta gelegt

Nach jahrelangem Streit hatte die Landesregierung im Juni die im Land umstrittene Theaterreform ad acta gelegt und mit Kreisen und Kommunen den Abschluss eines Theaterpakts vereinbart. Damit soll der Fortbestand aller vier Mehrspartenhäuser gesichert werden. Der Übereinkunft zufolge stockt das Land seine Zuschüsse für die Theater von bisher 36 auf mindestens 40 Millionen Euro auf und hebt diese künftig auch um jährlich 2,5 Prozent an. Das Mecklenburgische Staatstheater in Schwerin, zu dem nach der bislang einzigen Fusion inzwischen auch das Theater Parchim gehört, sollte vollständig in Landeshoheit übertragen werden.

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