zur Navigation springen
Mecklenburg-Vorpommern

22. November 2017 | 14:09 Uhr

Theater-Haustarif: Verdi spielt auf Zeit

vom

svz.de von
erstellt am 13.Mär.2012 | 08:55 Uhr

Die Leitung des Rostocker Volkstheaters hat sich zu einem ersten Gespräch mit den Arbeitnehmervertretern getroffen. Das Thema: der Haustarif für die Mitarbeiter der Bühne. Stefan Rosinski, Geschäftsführer der Volkstheater Rostock GmbH, zieht im Anschluss an das Treffen eine positive Bilanz. „Verdi hat deutlich Position bezogen“, berichtet Rosinski. Am Ende habe aber das Angebot gestanden, in die Gespräche einzusteigen. „Das eröffnet eine Perspektive für das Haus“, so der Theater-Chef.

Verdi-Vertreterin Agnes Schreieder gibt sich verhalten: „Das Volkstheater hat seine aktuelle Situation dargestellt. Wir als Verdi werden das nun prüfen und uns beraten.“ Ein klares Ja oder Nein zu den Verhandlungen will sie zum jetzigen Zeitpunkt nicht geben. Drei Wochen wolle sich die Gewerkschaft nehmen, um eine Entscheidung zu treffen. Generell, sagt Schreieder, treffe der Austritt der Theater GmbH aus dem Flächentarif auf harte Kritik bei Verdi: „Theatermitarbeiter dürfen keine Angestellten zweiter Klasse sein.“ Natürlich sehen sie auch beim Land Mecklenburg-Vorpommern, das seine Fördermittel für die Theater seit Jahren eingefroren hat, eine Mitschuld an der derzeitigen Situation der Bühnen.
In einem Haustarif sehen Theaterleitung und Rostocker Bürgerschaft eine Chance, den sich seit Jahren in einer Schieflage befindlichen Haushalt der städtischen Bühne zu konsolidieren. Darum stimmte die Bürgerschaft im Dezember zu, dass das Volkstheater im Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) in den Status eines Gastmitgliedes wechselt – und ebnete somit den Weg für Tarifverhandlungen. Neben anderen Sparmaßnahmen soll der Haustarif dem Theater aus den roten Zahlen helfen.

An der ersten Runde aller Verhandlungspartner war gestern auf Arbeitgeberseite neben dem KAV auch der Deutsche Bühnenverein anwesend. Ihnen gegenüber saßen auf Arbeitnehmerseite gleich vier Gewerkschaften: Verdi als Vertreter der Angestellten im Öffentlichen Dienst, die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) für die Musiker der Norddeutschen Philharmonie, die Vereinigung deutscher Opernchöre und Bühnentänzer (VDO) sowie die Genossenschaft deutscher Bühnen-Angehöriger (GDBA) für die Solisten. Sie alle müssen den Verhandlungen zustimmen – sonst kippt der Haustarif.
Die Lohnkürzungen könnten frühestens ab August greifen. Spätestens, so der Wunsch des Theater-Chefs, sollte der Haustarif ab Januar 2013 wirksam sein. Er soll drei bis und fünf Jahre laufen.
In Schwerin kam gestern der Deutsche Bühnenverein zusammen. Das Thema auch hier: die dramatische Situation der Theater in MV.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen