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Theater braucht eine Million - sonst droht die Insolvenz

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erstellt am 09.Aug.2012 | 09:38 Uhr

Rostock | Das Volkstheater ist schon wieder in finanziellen Nöten: Knapp eine Million Euro zusätzlich braucht die städtische GmbH im nächsten Jahr, um eine Insolvenz abzuwenden. Das teilte Geschäftsführer Stefan Rosinski dem Finanzausschuss der Bürgerschaft jetzt mit. "Die im Haushaltsjahr 2013 eingeplanten acht Millionen Euro sind nicht ausreichend, um die Liquidität des Betriebs zu gewährleisten", sagt er. Denn auch das Eigenkapital, mit dem die GmbH einst gestartet war, sei längst aufgebraucht. Und nach Angaben von Rosinski sei nicht damit zu rechnen, dass das Volkstheater Überschüsse in einer Größenordnung erwirtschaftet, die den Betrieb retten würden.

Schuld an der finanziellen Misere ist unter anderem die Schließung des Großen Hauses. "300 000 sind direkt auf die Betriebsunterbrechung zurückzuführen", so Rosinski. Denn während die Spielstätte für die Brandschutzsanierung geschlossen war, sanken die Besucherzahlen - und damit auch die Fördermittel vom Land. Verhandlungen mit dem Land über Sonderbedarfszuweisungen stehen noch aus. "Eins ist klar: Hätten wir früher mit den nötigen Baumaßnahmen begonnen, hätten wir Verluste vermeiden können", sagt der Vorsitzende des Finanzausschusses, Steffen Bockhahn (Linke).

Auch für Investitionen muss das Theater Geld einplanen. Hier sind rund 250 000 Euro nötig - etwa für den Einbau eines Fahrstuhls oder Sanierungen des Sanitärbereichs, der von Schimmel befallen ist. Außerdem braucht das Volkstheater einen neuen Lkw, denn der alte darf nicht mehr auf die Autobahn.

"Aus meiner Sicht ist es völlig klar, dass die 968 000 Euro für das Theater eingeplant werden müssen", sagt Bockhahn. "Das ist keine Verschwendung, sondern dringend notwendig", sagt der Linkspolitiker.

Gleichzeitig fordert er die Tarifparteien auf, möglichst schnell zu einem Abschluss eines Haustarifvertrags zu kommen. "Denn damit könnte der Betrag, den das Theater braucht, noch reduziert werden." Bockhahns Vize im Finanzausschuss, der SPD-Politiker Toralf Sens, ergänzt: "Daran müssen alle mitarbeiten."

Beide Finanzexperten betonen, dass es nun auch enge Gespräche mit dem Land geben muss. "Der Oberbürgermeister muss versuchen, mit Schwerin schnell über mögliche Sonderbedarfszuweisungen zu verhandeln." Rosinski: "In dieser Frage sind wir auf den Goodwill des Landes angewiesen."

Der Theater-Geschäftsführer macht außerdem klar, dass die Stadt bereits im Haushalt des kommenden Jahres Planungsmittel für einen Neubau bereitstellen muss. "Denn dann muss schon intensiv mit den Planungen begonnen werden, wenn wir es mit der Eröffnung des Neubaus 2018 ernst meinen."

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