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Mecklenburg-Vorpommern

13. Dezember 2017 | 08:33 Uhr

Rostock/Parchim : Theater blickten in Abgrund

vom

Krisensitzung Mittwoch Abend in Rostock. Wegen Mängeln am Gesellschaftsvertrag zwischen dem Volkstheater Rostock und dem Landestheater Parchim drohe der gemeinsamen Holding eine Umsatzsteuer-Nachforderung.

svz.de von
erstellt am 04.Jan.2012 | 06:44 Uhr

Es nimmt kein Ende mit der Theater-Tragödie in MV. Krisensitzung Mittwoch Abend in Rostock, mit Volkstheater-Geschäftsführer Stefan Rosinski, Parchims Intendant Thomas Ott-Albrecht, Anwälten… Hintergrund: Wegen Mängeln am Gesellschaftsvertrag zwischen dem Volkstheater Rostock und dem Landestheater Parchim drohe der gemeinsamen Holding Theater-Management Mecklenburg-Vorpommern GmbH (TheMa) womöglich eine satte Umsatzsteuer-Nachforderung. So berichtete es zumindest die „Ostsee-Zeitung“. Von bis zu 1,2 Millionen Euro war die Rede. Rund 200000 Euro könnten auf das Theater Parchim entfallen. Für das kleine Schauspielhaus mit gerade mal rund 20 Mitarbeitern könnte das „Probleme“ geben, zitierte die Zeitung den Parchimer Intendanten Thomas Ott-Albrecht.

Der wiederum gab nach dem Treffen gestern Abend erstmal Entwarnung. „Es war alles eine Interpretationsfrage“, so Ott-Albrecht auf Nachfrage unserer Zeitung. „Eine Umsatzsteuer-Nachzahlung wird aus meiner Sicht nicht auf der Agenda stehen.“ Das sei das Ergebnis einer gründlichen Auswertung mit diversen Fachleuten. Und die angeblich für das Parchimer Theater so bedrohliche 200000-Euro-Nachzahlung sei nur ein gedankenspiel zum absolut schlimmsten denkbaren Fall, so der Intendant: „Dass es so kommt, sehe ich aber nicht.“

Knut Alschweig, stellvertretender Leiter des Rostocker Finanzamtes bestätigte auf Nachfrage unserer Zeitung allerdings die Probleme mit dem TheMa-Vertrag. „Wir sind hier im Hause informiert. Die GmbH ist noch nicht eingetragen und eine Gemeinnützigkeit noch nicht vorhanden“, so Alschweig. Den in Rostock immer wieder kolportierten Betrag von bis zu 1,2 Millionen Euro drohender Nachzahlung wollte Alschweig nicht bestätigen. Vorerst sei man im Finanzamt mit der Prüfung der Gemeinnützigkeit beschäftigt, die verlangten Nachbesserungen bezögen sich auf die Gesellschaftsverträge, so der Vize-Amtsleiter.

Mit den völlig unerwarten Querelen um die TheMa steht jetzt ausgerechnet ein Zusammenschluss vor dem Aus, der bisher immer als Beispiel dafür gegolten hatte, wie man die Theaterpolitik der Landesregierung so umsetzen kann, dass sich Bühnen zwar zusammenschließen, aber weder an eigenem Charakter noch an Angebot verlieren.

Das Zusammengehen von Rostock und Parchim hatte auch der Landesbühne Anklam und dem Theater Vorpommern als Vorbild gedient. Der Holding-Vertrag der beiden Bühnen im Nordosten war erst vor knapp zwei Wochen vom Kultusministerium genehmigt worden. Ähnliche Probleme wie in Mecklenburg fürchtet Anklams Intendant Wolfgang Bordel nicht. „Wir haben das lange, lange prüfen lassen“, so der Theaterchef. Und weil man auf die Genehmigung aus Schwerin so lange habe warten müssen, sei ja noch gar kein Förder-Euro an die neue Holding geflossen.

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