Thai Bo und Stöckelschuhe

Zu Tränen gerührt: Anne-Kathrin Kosch
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Zu Tränen gerührt: Anne-Kathrin Kosch

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13. Februar 2011, 06:52 Uhr

Rust | Den Gang über den Laufsteg hatte sich Anne-Kathrin Kosch anders vorgestellt. "Ich wollte eigentlich gar nicht weinen. Aber die Tränen kamen einfach", sagt die Apothekenangestellte aus dem thüringischen Weimar. Kurz zuvor ist die 23-Jährige "Miss Germany 2011" geworden. Bei der Wahl in der Nacht zum Sonntag im Europa-Park im baden-württembergischen Rust setzte sie sich gegen 23 Konkurrentinnen aus ganz Deutschland durch. Nach ihrem Sieg steht die 1,76 Meter große Blondine auf hohen Absätzen im Blitzlichtgewitter und im Fokus der Fernsehkameras. "Ich könnte die ganze Welt umarmen", sagt sie.

Für Kosch und die anderen führt der Weg zur Siegerkrone und zur Schärpe über den Laufsteg und vorbei an der Jury. Die Frauen im Alter von 17 bis 24 Jahren präsentierten sich im Abendkleid und im Badeanzug. Sie haben sich lange auf diesen Abend vorbereitet. "Ich bin eine Kämpfernatur und kämpfe mich durchs Leben", sagt Kosch über sich selbst. "Wenn ich etwas wirklich schaffen will, dann häng ich mich voll rein." In ihrer Freizeit treibt sie den asiatischen Kampfsport Thai-Bo. Die weiteren Hobbys: Fitness, tanzen und joggen.

"Sie hat was unter der Schädeldecke"

Jury-Mitglied und Fußball-Schwergewicht Reiner Calmund (62) ist von der Siegerin angetan. "Das ist kein hübsches Döfchen", sagt er. "Sie hat Ausstrahlung, Charakter und sie hat was unter der Schädeldecke." Neben Calmund in der Jury sitzt Schönheitschirurg Werner Mang (61). Auch bei ihm hat Kosch gepunktet. "An ihr ist alles Natur. Kein Botox und kein Silikon", sagt er mit Blick auf die neue Miss. Diese, sagt Mang, steht voll im Leben. "Sie ist kein Topmodel, keine Heulsuse und kein Hungerhaken." Für die auf ein Jahr begrenzte Tätigkeit als Schönheitskönigin wird die junge Frau ihre Arbeit in einer Apotheke in Weimar unterbrechen. Sie arbeitet dort als Pharmazeutisch-Technische Assistentin (PTA). "Mein Chef weiß davon noch nichts. Aber er wird mir sicherlich keine Steine in den Weg legen." Für ihre Heimatstadt will sie Werbung machen. Obwohl sie an der Kulturstadt Weimar das Kopfsteinpflaster nicht mag. "Weimar ist sehr High-Heels-unfreundlich."

Für ihren Sieg bei der Wahl zur "Miss Germany" erhält sie neben der Krone unter anderem für ein Jahr ein Hybridauto sowie Reisen in die USA, die Dominikanische Republik und auf die Nordsee-Insel Borkum. Unterstützt wird Kosch von zwei Stellvertreterinnen: Vize-Königin wurde die Vertriebsassistentin Tiffany Sachs (22) aus dem baden-württembergischen Nagold, Drittplatzierte die 17 Jahre alte Abiturientin Samantha Striegel aus Suthfeld bei Hannover.

Unter den Finalistinnen war auch Romy Wibelitz, die amtierende Miss Mecklenburg-Vorpommern. Die Neubrandenburgerin nahm die Hürden Auftritt in Abendgarderobe, im Bikini und bei der Vorstellung mit Bravour. Die 1,75 Meter groß gewachsene, junge Frau, die in ihrer Freizeit gerne Pferdesport betreibt, singt, sich für Kulturen interessiert und durch die Welt reist, war eine der wenigen Dunkelhaarigen beim Finale der Miss Germany-Wahl. Durchaus angetan von ihr war auch Schönheitschirurg Mang: "Sie ist sehr attraktiv und hat eine sehr gute Figur. Aber es ist natürlich sehr schwer, unter so vielen attraktiven Frauen zu entscheiden. Ich hätte sie weiter vorne auf dem Zettel gehabt." Letztlich kam die 18-Jährige nicht unter die ersten Drei. Doch sie kann sich trösten. Sie zählte mit zu den Jüngsten im Feld und kann nach einem Jahr Auszeit wieder versuchen, ihren Traum zu realisieren, zur schönsten Frau Deutschlands gekürt zu werden.

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