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Mecklenburg-Vorpommern

21. Oktober 2017 | 23:27 Uhr

Teures Ackerland im Osten

vom

svz.de von
erstellt am 02.Sep.2013 | 10:00 Uhr

Schwerin | Die Preisspirale kennt kein Ende: Mit Ackerland in Ostdeutschland lassen sich derzeit satte Gewinne erzielen. Allein die bundeseigene Bodenprivatisierungs- und verwertungsgesellschaft (BVVG) - der derzeit größte Bodenverkäufer in Deutschland - nahm neun Prozent mehr für die angebotenen Flächen ein - für einen Hektar durchschnittlich 13 761 Euro. Ein Jahr zuvor legten die Preise sogar um 21 Prozent zu.

Dabei ist Acker in Sachsen- Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern am teuersten. 17 392 bzw. 16 116 mussten Käufer im Schnitt im vergangenen Jahr für einen Hektar bei der BVVG bezahlen - fast doppelt so viel für Boden in Brandenburg. Nach oben kennen die Preise aber kaum Grenzen. Für besonders wertvolle Böden nahm die BVVG auch schon 30 000 Euro für einen Hektar ein. Und so ist auf dem Bodenmarkt die deutsche Einheit fast erreicht. Allmählich nähern sich die Preise in Ostdeutschland denen in den alten Ländern an. Im Westen waren für Ackerland 2011 im Schnitt 20 500 Euro pro Hek tar zu zahlen.

Die Nachfrage scheint ungebrochen. Einheimische Bauern, Kapitalanleger, Großinvestoren: Der fortgesetzte Preisanstieg sei vor allem in der weltweit zunehmenden Nachfrage nach Agrarprodukten begründet, heißt es bei der BVVG. 80 Prozent der Flächen die per Ausschreibung verkauft worden sind, gingen nach BVVG-Angaben an Betriebe am Ort. Es sei aber auch nicht ausgeschlossen, dass hinter diesen Betrieben auch Konzerne von außerhalb stecken könnten oder Landwirte mit Investoren kooperierten. Allerdings, so haben die Bodenprivatisierer beobachtet, seien für Kapitalanleger Ausschreibungen der BVVG mit durchschnittlich 8,3 Hektar Fläche in der Regel uninteressant. Leute, die Geld anlegen wollten, suchten Flächen von mindestens 100 Hektar, heißt es bei der BVVG.

Das Bodengeschäft des Bundes sucht indes seinesgleichen: Die Verpachtung und der Verkauf des ehemals volkseigenen Bodens und Waldes brachte dem Bund allein in Mecklenburg-Vorpommern seit dem Jahr 2000 mehr als 1,8 Milliarden Euro in die Kasse - die höchsten Einnahmen aller neuen Länder. Damit steuerten die Landwirte im Nordosten 40 Prozent der Privatisierungseinnahmen im vergangenen Jahrzehnt von 4,5 Milliarden Euro im Osten bei. Insgesamt nahm die BVVG seit 1992 mehr als 5,2 Milliarden Euro ein. Der Bund kann mit weiteren Milliardeneinnahmen rechnen: Schätzungen zufolge bringt der Verkauf der restlichen 267 500 Hektar Acker und 48 700 Hektar Wald im Osten noch einmal mehr als zwei Milliarden Euro ein.

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