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Mecklenburg-Vorpommern

23. November 2017 | 17:57 Uhr

Teurer Hochwasserschutz

vom

svz.de von
erstellt am 20.Aug.2012 | 10:57 Uhr

Boizenburg/Schwerin | Die Elbeflut vom Sommer 2002 ist Jörn Pamperin aus Boizenburg noch in lebhafter Erinnerung. Für August hatte der heutige stellvertretende Bürgermeister in dem Elbestädtchen seine Hochzeit geplant. Doch das Hochwasser zwang ihn, die christliche Trauung nach Wittenburg zu verlegen, erinnert sich der heute 38-Jährige. Dass die Jahrhundertflut, die in Sachsen ganze Ortschaften verwüstete und 21 Menschenleben kostete, in Mecklenburg-Vorpommern ohne solch dramatische Folgen blieb, ist nach Überzeugung von Umweltminister Till Backhaus (SPD) vor allem dem unermüdlichen Einsatz der Rettungskräfte zu danken. Feuerwehrleute, Mitglieder des Technischen Hilfswerkes und etwa 4000 Bundeswehrsoldaten hatten rund um die Uhr Sandsäcke gefüllt und damit Deichstellen verstärkt. Von 2,6 Millionen gefüllten Säcken wurden 1,4 Millionen auch verbaut.

Knapp zwei Wochen nachdem im Erzgebirge geradezu sintflutartige Niederschläge eine Flutwelle von ungeahntem Ausmaß in Gang gesetzt hatten, drohte die Elbe auch in Mecklenburg-Vorpommern über die Ufer zu treten. Zwischen Dömitz und Boizenburg stemmten sich Tausende Menschen gegen die Wassermassen. Am 23. August wurden vorsorglich einige kleinere Dörfer am Elbezufluss Sude evakuiert. Statt der anfangs befürchteten Hochwasserstände von 7,30 wurden am Pegel Dömitz 6,57 Meter und in Boizenburg 6,45 Meter gemessen. Zwar waren laut Backhaus von 1990 bis 2002 bereits 38 Millionen Euro für eine effektivere Hochwasserabwehr auf den etwa 21 Kilometern langen Elbabschnitt in Mecklenburg-Vorpommern investiert worden. Doch hatte die Elbeflut bestehende Schwachstellen deutlich offengelegt. Das Land investierte daraufhin bis heute weitere 52 Millionen Euro, um Deiche zu erhöhen, Polder als Rückstauareale auszubauen und den Schutz von Uferbereichen zu verbessern.

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