Testlabor Autobahn: Neue Straßenbeläge im Land erforscht

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03. Januar 2013, 09:36 Uhr

Potsdam | Ziegelbruch, Glasfasern oder Gummistücke im Asphalt: Brandenburger Bundesstraßen und Autobahnen sind Teststrecken für neue Straßenbeläge oder Reparaturverfahren. Derzeit gibt es im Land nach Auskunft des Infrastrukturministeriums neun Testbereiche. Dabei gehe es vor allem um die Lärmreduzierung und aktuell zunehmend um eine längere Nutzungsdauer für die Straßenbeläge. Brandenburg gehöre bei den Tests bundesweit zur Spitze.

Herausragend ist der Abschnitt auf der Autobahn 24 zwischen Neuruppin und Neuruppin Süd. Hier wird im Rahmen eines Forschungsprojektes des Bundes ein offenporiger Asphalt mit Gummibeimischungen getestet, so der Pressesprecher des Infrastrukturministeriums, Lothar Wiegand. Es gehe dabei um die Lärmminderung - für den Bund derzeit ein besonders interessantes Feld. Gummianteile im Bitumen gebe es auch auf der B 112 bei Forst, einen lärmmindernden Gussasphalt auf der B 5 bei Dallgow und Lietzow. Ein zweites wichtiges Testfeld seien Recyclingbaustoffe für die Straßen. Erstmals werden bundesweit auf einem Abschnitt der B 167 an der Ortsumgehung Seelow Ziegel im Straßenbelag wiederverwertet - und das ohne Bindemittel. Sollten die Tests erfolgreich sein, könnte auf weniger belasteten Strecken mehr Ziegelbruch verwendet werden, so Wiegand. Das würde nicht nur den Stoffkreislauf verbessern, sondern zudem Brandenburgs angespannte Rohstoffsituation entspannen.

Chancen und Grenzen eines Schnellreparatursystems für Betonfahrbahnen werden gegenwärtig auf der A 9 bei Niemegk erprobt. Der Test gehört zu einem speziellen Forschungsprojekt des Bundes. Auf der A 10 am Schönefelder Kreuz in Richtung Rangsdorf wird zudem ein neues Reparaturverfahren mit Glasfasern getestet. Glasfasern werden auch auf der A 10 bei Ludwigsfelde erprobt. Alle Untersuchungsstrecken werden regelmäßig überprüft und wissenschaftlich begleitet.

Die Brandenburger Straßenverwaltung unterstützt die Forschungsvorhaben des Bundes seit 1990. So könnten die neuesten Erkenntnisse im Land zum Einsatz kommen. Seit Oktober gibt es das neue Forschungsprogramm "Straße im 21. Jahrhundert", das dem Straßenbau bis 2030 einen erheblichen Innovationsschub bringen soll, so Wiegand. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) setzt damit auf neue Technologien um Staus und Unfälle zu reduzieren, Lärm und Abgase zu verringern.

Verkehrsminister Jörg Vogelsänger (SPD) hat eine dramatische Unterfinanzierung der Verkehrsinfrastruktur in Deutschland beklagt. Die Situation bei Bund, Ländern und Gemeinden müsse verbessert werden, sagte Vogelsänger, der im zurückliegenden Jahr auch Chef der Verkehrsministerkonferenz der Länder war. Vogelsänger betonte, ohne zusätzliche Mittel werde es nicht gehen, das hätten Erfahrungen aus der Lkw-Maut gezeigt.

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