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Sicherheit Olympische Spiele : Terrorabwehr aus Schwerin für Rio

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

„Elektronische Nasen“ der Airsense Analytics GmbH sorgen für Sicherheit bei den Olympischen Spielen

Mit hochsensiblen Schadstoff-Detektoren einer mecklenburgischen Hightech-Schmiede soll die Sicherheit bei den Olympischen Spielen in Brasilien erhöht werden. Die Airsense Analytics GmbH (Schwerin) produzierte dafür mehr als 30 „elektronische Nasen“ zum Abwehren möglicher Terrorangriffe. Die rund vier Kilogramm schweren Detektoren erfassen und analysieren chemische Substanzen und gefährliche Gase in Sportstätten, Hotels, Bussen und Bahnen. Die Geräte sollen an allen Wettkampforten auch zusammen mit Drogenspürhunden flächendeckend eingesetzt werden. Die mobilen Geräte wurden jetzt an Polizei, Feuerwehr und Militär in Brasilien ausgeliefert, sagte Geschäftsführer von Airsense Analytics, Wolf Münchmeyer. Das Auftragsvolumen umfasst mehrere Millionen Euro.

Während der Spiele im August und der Paralympics im September in Rio de Janeiro sollen 85 000 Sicherheitskräfte im Einsatz sein, doppelt so viele wie bei Olympia 2012 in London. Bereits für die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 rüstete die mecklenburgische Firma Armee und Polizei in Brasilien mit Sensor-Apparaten aus.

Eine „elektronische Nase“ funktioniert ähnlich wie die menschliche, aber viel zuverlässiger, erklärt Ingenieur Münchmeyer. Mittels Schlauch und Pumpe wird Luft angesaugt und analysiert. Dazu wurde das Gerät zuvor auf bestimmte Gerüche „trainiert“, um sie wiedererkennen zu können. Mehrere hundert toxische Gase, chemische, biologische und radioaktive Substanzen, Kampf- und Explosivstoffe ließen sich in kleinsten Konzentrationen binnen weniger Sekunden feststellen, noch bevor sie überhaupt vom Menschen zu riechen seien, erläutert der Ingenieur. Die Daten werden rechnergestützt ausgewertet. Bei Gefahr ertönten Alarm- und Lichtsignale. Nach den Terroranschlägen von Paris und Brüssel arbeite Airsense fieberhaft am Analysieren neuerer explosiver Materialien. Solche Stoffe könnten selbst aus herkömmlichen Dünge- und Lösemitteln sowie aus relativ einfach zu beschaffenden toxischen Chemikalien extrahiert werden, erklärt Walte.

Das 1996 gegründete Schweriner Unternehmen Airsense Analytics beschäftigt 30 Ingenieure, Wissenschaftler und Techniker. Entwickelt und gebaut werden auch Gefahrstoff-Messgeräte für die Pharma-, Umwelt- und Lebensmittelindustrie, die Luft-, Raum- und Seefahrt. Im Einsatz war die Anti-Terror-Technik made in Mecklenburg auch schon bei den Olympischen Winterspielen 2006 in Italien und 2014 in Sotschi sowie bei der Fußball-WM 2006 in Deutschland und 2014 in Brasilien. Darüber hinaus forscht Airsense im Auftrag des Bundes an Einsatzmöglichkeiten der „elektronischen Nase“ in der Landwirtschaft.

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erstellt am 06.Mai.2016 | 06:00 Uhr

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