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Nach Razzien bei Rostock und Schwerin : Terror-Verdacht in MV: Offizier gab Tipp

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Bundeswehroffizier lieferte Verfassungsschutz Hinweise auf rechtsextreme Gruppe, die sich auf „Bürgerkrieg" vorbereiten würde

svz.de von
erstellt am 31.Aug.2017 | 13:28 Uhr

Die Anti-Terror-Durchsuchungen am Montag in Mecklenburg-Vorpommern beruhen einem Medienbericht zufolge auf Hinweisen aus dem Ermittlungsverfahren gegen den terrorverdächtigen Bundeswehroffizier Franco A.. Nach Informationen der Zeitung „Die Welt“ gab ein Bundeswehroffizier der Reserve bei einer Befragung durch das Bundesamt für Verfassungsschutz Hinweise auf eine Gruppe von Rechtsextremisten in Norddeutschland, die sich angeblich für einen „Bürgerkrieg“ mit Waffen ausrüste.

Die Bundesanwaltschaft wollte diese Information weder bestätigen noch dementieren. Wie die „Welt“ berichtet, gelang es dem Bundeskriminalamt (BKA) in den vergangenen Wochen, die Verdächtigen zu identifizieren. Es soll sich demnach um sechs Personen handeln, die in Chatgruppen über Messengerdienste miteinander kommuniziert haben sollen.

Am Montagmorgen hatten Beamte des BKA und Spezialkräfte der Bundespolizei die Wohnungen und Geschäftsräume von zwei Verdächtigen in Rostock und Grabow sowie von mehreren weiteren Personen durchsucht, die in dem Verfahren als Zeugen geführt werden.

Der beschuldigte Rechtsanwalt aus Rostock hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Der andere Verdächtige aus Grabow ist Polizist. Er wurde vorläufig vom Dienst suspendiert. Die beiden sollen geplant haben, bei einem befürchteten Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung infolge der Flüchtlingspolitik Personen aus dem linken politischen Spektrum mit ihren Waffen zu töten. Dazu sollen sie eine Liste mit Namen angelegt haben. Für den Krisenfall hätten sie auch Vorsorge treffen wollen und sich mit Lebensmitteln sowie Munition für ihre bereits legal beschafften Waffen eingedeckt.

Der Fall ist im sogenannten Prepper-Millieu angesiedelt. Anhänger dieser Bewegung bereiten sich auf Krisen-Szenarien wie Umweltkatastrophen, Stromausfälle, Kriege oder einen politischen Zusammenbruch vor. Sie decken sich mit Lebensmitteln, Treibstoff, Wasserfiltern und Verbandsmaterial ein. Nach Informationen unserer Zeitung sollen die beiden Beschuldigten auch einem Prepper-Kreis in MV mit rund 30 Personen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten angehört haben. In Chats wurde sich nach Angaben eines Mitgliedes über die Beschaffung von Vorräten und über aktuelle politische Ereignisse ausgetauscht. Es habe es auch gemeinsame Treffen gegeben. Gewalt in jeglicher Form sei aber absolut kein Thema gewesen.

Bundesinnenminister Thomas Thomas de Maiziére (CDU) sprach gestern auf einer Wahlkampfveranstaltung in Parchim gegenüber unserer Zeitung von einem „besorgniserregenden Fall“. Wegen eines einzelnen Verdachtsfalles dürfe man der Polizei aber nicht generell das Vertrauen entziehen.

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