zur Navigation springen

Wirtschaft : Terror-Angst lässt MV-Urlaub boomen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Aufgrund von Unruhen in beliebten Urlaubsländern meiden die Mecklenburger Auslandsreisen.

Zuhause ist es eben doch am schönsten: Deutschland erlebt derzeit eine Renaissance als beliebtestes Reiseziel der Mecklenburger. Unruhen in typischen Urlaubsländern wie Türkei, Ägypten oder auch Frankreich schrecken viele vor Flugreisen ab. Das ergab eine Umfrage unserer Zeitung unter Reisebüros in MV.

„Deutschland und vor allem die Ostseeküste werden auf jeden Fall von unseren Kunden mehr nachgefragt“, sagt Erik Schönborn vom Reisebüro rkt in Güstrow. „Aber die Ostseeküste ist nicht günstig. Es gibt kaum All-inclusive Angebote. Für die gleichen Kosten können Urlauber auch nach Bulgarien fahren“, so der Reiseexperte. Und dennoch. Das Interesse sei groß. Das bestätigt auch Siegfried Burian vom Reisebüro „Kiek in de Welt“ in Neubrandenburg. „Das beliebteste Ziel der Mecklenburger innerhalb Deutschlands ist das eigene Bundesland.“ Die meisten Unterkünfte seien hier bereits ausgebucht. Als Ausweichmöglichkeit empfiehlt Burian seinen Kunden die polnische Küste. Beliebt bei den Mecklenburgern seien auch Ziele am Bodensee, im Schwarzwald oder im Allgäu. Des weiteren falle auf, so Burian, „dass Reisen zu Lande bevorzugt werden. Das heißt, die Menschen fahren mit dem Bus, Auto oder dem Zug an ihren Urlaubsort.“

Diese Trends weg vom Flugurlaub hin zu Inlandreisen hingen vor allem mit den Terror-Anschlägen in den vergangenen Wochen und Monaten zusammen, meint Burian. Familienreiseziele wie Tunesien, Türkei und Ägypten seien weggebrochen. „Die Menschen haben Bauchschmerzen beim Fliegen.“ Wer seine Reise in die Türkei schon gebucht hätte, könne in seriösen Reisebüros bis zu vier Wochen vor Abflugtermin kostenlos umbuchen, meint Burian. Nach Istanbul ginge das auch noch kurzfristig. Auch Tobias Woitendorf vom Landestourismusverband sagt: „Die Branche in MV fährt unter Volllast.“ Bereits im Frühjahr sei die Nachfrage in den Tourismusbetrieben rund zehn Prozent höher als im Vorjahr gewesen. Sie seien zu rund 90 Prozent ausgelastet. Allein in diesem Sommer erwartete der Verband rund 3,5 Millionen Urlauber im Land .

In Karlshagen auf Usedom sind die Hotels und Ferienwohnungen zu 95 Prozent ausgelastet. Die Kapazität der Campingplätze sei erschöpft. Kurdirektorin Christina Hoba berichtet von einem spürbaren Effekt durch die Terrorangst. „Wir können die Einflüsse globaler Ereignisse erkennen“, sagt sie. So gebe es derzeit eine Reihe Spontan-Anfragen von Interessenten, die wegen der unsicheren Lage in Teilen des Mittelmeeres lieber auf die Urlaubsinsel Usedom wollen.

zur Startseite

von
erstellt am 27.Jul.2016 | 05:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen