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Ausweitung der Langsamfahrzonen : Tempo 30: Schleichen für Klimaschutz

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Autofahrer müssen sich im neuen Jahr in Schwerin auf weitere Tempodrosselungen gefasst machen. Vorbereitungen für die Einführung der Tempo-30-Testphase auf dem Obotritenring soll im Frühjahr beginnen.

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erstellt am 01.Jan.2012 | 06:48 Uhr

Schwerin | Autofahrer müssen sich im neuen Jahr in Schwerin auf weitere Tempodrosselungen gefasst machen. "Wenn wir die Haushaltsfreigabe haben, können wir mit dem Vorbereitungen für die Einführung der Tempo-30-Testphase auf dem Obotritenring beginnen", sagt Baudezernent Dr. Wolfram Frie ders dorff und peilt dafür das Frühjahr an. Damit würde die Landeshauptstadt einen großen Schritt für den Klimaschutz machen, zur Erhöhung der Verkehrssicherheit beitragen und die Stadt ein Stück fahrradfreundlicher machen, fasst er den Sinn der neuen Regelung zusammen. Dann würde im gesamten Stadtkern mit dem innerstädtischen Ring und der Altstadt, Paulsstadt, Feldstadt und Schelfstadt eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern gelten.

"Klimaschutz hat im Leitbild für die Entwicklung der Landeshauptstadt einen hohen Stellenwert. Wir dürfen aber nicht nur davon reden, sondern müssen auch handeln, und zwar jetzt", betont der Umweltdezernent und stützt sich dabei auf einen entsprechenden Beschluss der Stadtvertretung. Schwerin sei gut aufgestellt, wie die lebhafte und von großer Sachkompetenz getragene Diskussion auf dem Klimaforum im November gezeigt hätte. Viele Maßnahmen gingen Hand in Hand, etwa der Ausbau des Fernwärmenetzes in der Innenstadt, die Nutzung von Geothermie für neue Wohngebiete wie das Areal der Waisengärten, die Energieoptimierung von großen Verbrauchern wie Schulen, Kitas und Sporthallen, die energetische Modernisierung des Klärwerks und eben die Tempo-30-Regelungen für die Innenstadt.

Friedersdorff verweist dabei auf "gute Erfahrungen, die mit der Verkehrsberuhigung in verschiedenen Straßenzügen gemacht wurden" und nennt als Beispiel die Werderstraße. Dort, aber auch in vielen anderen Straßen wie etwa der Graf-Schack-Allee, der Eisenbahn-, Severin- oder Geschwister-Scholl-Straße sei zusammen mit der Sanierung der Fahrbahnen damit zugleich ein erheblicher Zugewinn an Wohnqualität für die Anwohner erreicht worden. Diese Linie will die Landeshauptstadt fortsetzen, betont Friedersdorff.

Ein weiteres Element in dieser Richtung sind auch die neuen Kreisverkehr-Regelungen, die die Stadt im gerade zu Ende gegangenen Jahr an Stelle der Kreuzungen Möwenburgstraße / Güstrower Straße und Neumühler Straße / An den Wadehängen eingerichtet hat. Nachdem der Ärger über die langen Bauzeiten verflogen ist, kommt der Verkehr dort nun ohne Ampeln aus. Autofahrer können die Bereiche tatsächlich relativ zügig passieren und auch die Fußgänger kommen zurecht.

Die Diskussion um die Ausweitung der Tempo-30-Zonen in der Innenstadt hat aber noch eine weitere Nebenwirkung: Auch aus anderen Stadtteilen kommen Begehrlichkeiten nach Verkehrsberuhigung. Der Ortsbeirat Friedrichsthal beispielsweise würde aus Lärmschutzgründen auch eine Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 Stundenkilometer im gesamten Stadtteil haben - vor allem auf der Lärchenallee.

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