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Erste gemeinsame CD : Teilen Liebe zu Bildern und Balladen

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In seinem Lüschower Atelier unterrichtet Horst Meyn normalerweise Malstudenten. Heute übt er mit Helma-Regina Lieder über Liebe und Heimat ein. Zwei Takte auf dem Schlagzeug, dann setzt die Musik ein.

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erstellt am 06.Feb.2012 | 11:44 Uhr

Goldberg | Zwei Takte auf dem Schlagzeug, dann setzt die Musik ein. "Was, so schnell?" Helma-Regina Lingk setzt das Mikrofon ab, das sie noch eben dicht vor ihren Mund gehalten hatte. "Die Zwischenspiele sind gut, aber der Anfang ist viel zu schnell", sagt sie. Ihr Sangespartner Horst Meyn stoppt die Musikspur auf dem Computer. "Probieren wir’s nochmal", sagt er und drückt auf Play. Diesmal klappt’s. Die Stimmen der beiden verschmelzen zur ersten Strophe: "Frühling kommt wieder..."

In seinem Lüschower Atelier unterrichtet Horst Meyn normalerweise Malstudenten. Heute übt er mit Helma-Regina Lieder über Liebe und Heimat ein. Die Atmosphäre im Probenraum versprüht den Kunstgeist seines Besitzers: In Gläsern stecken unzählige Pinsel, Farben stehen auf dem Tisch und Staffeleien leuchten im Licht der durch das kleine Fenster einfallenden Wintersonne. An den Wänden hängen - Bild an Bild - die Landschaften Mecklenburgs, die der Lüschower Künstler auf die Leinwand gebannt hat: Wiesen, Flussläufe, Küsten.

Eine Ecke des großzügigen Raumes aber ist der Musik vorbehalten. Hier reihen sich Gitarren um eine kleine Holzbühne, auf der ein Schlagzeug thront. Davor wiegen sich Horst Meyn und Helma-Regina Lingk zur Melodie der selbstkomponierten Musik. Auf einem Stuhl sitzt Udo Lingk und lauscht den Liedern, die seine Frau und Horst Meyn singen. Er ist der Manager des Duos und arbeitet selbst schon seit Jahren mit Meyn zusammen - als Malstudent. Jeden Mittwoch kommt Udo Lingk zur Malstunde vorbei. Anschließend löst ihn seine Frau ab. Das Paar, das in Plau als Reiseleiter arbeitet, teilt die Liebe zu Kunst und Kultur. Aber Malen ist Helma-Regina Lingks Sache nicht. Detailverliebt betrachtet sie jedes Gemälde im Atelier. "Hier gibt es immer wieder Neues zu entdecken", sagt sie und ihre Augen leuchten vor Begeisterung. Aber selbst zum Pinsel greifen, das will sie nicht.

Das Singen, ja das sei schon eher ihr Metier. Und das nicht erst seit gestern. Schon in jungen Jahren, als Kindergärtnerin, gehörte Singen für sie zu einem gelungenen Tag. Die Liebe zur Musik ist geblieben. Die junge Stimme auch, meint Helma-Regina Lingk. "Sie klingt noch immer kindlich und naiv", sagt sie und lacht. Und noch etwas hat sie aus der Vergangenheit in die Gegenwart gerettet: Liedtexte. Die hatte sie damals als junge Frau für ihren Mann geschrieben, als dieser zur See fuhr. Jetzt liegen sie vor ihr auf dem Holztisch, ergänzt um weitere Verse. Sie werden Teil der neuen CD, an der Helma-Regina Lingk und Horst Meyn derzeit arbeiten. "Acht Titel haben wir schon drauf. Ein paar müssen wir noch aufnehmen. Ich bin keine geschulte Sängerin, aber es geht gut voran. Meist klappt es auf Anhieb", sagt Helma-Regina Lingk. "Wir müssen sehr selten etwas löschen", ergänzt Hort Meyn stolz. Hin und wieder stimme der Einsatz nicht, doch dann könne man mit der Computertechnik viel korrigieren. Per Mausklick verschiebt Meyn die Tonspuren auf dem Bildschirm, bis Stimme und Musik im Einklang sind.

Das Komponieren ist für Maler Meyn zur Passion geworden. Gern tauscht er den Pinsel gegen Mikrofon ein. Die Musik begleitet ihn schon lange. "In den 60er hab ich in einer Band gespielt. Disko gab’s da noch nicht", sagt er und schaut auf ein Schwarz-Weiß-Foto, das er aus dem Regal genommen hat. Es zeigt ihn und seine Band. Schon als junger Mann griff er gern zur Gitarre. Das ist bis heute so geblieben. Die Art der Musik aber hat sich gewandelt. Waren es zu Beginn gesellschaftskritische Texte, so sind es heute Volkslieder oder Balladen, die er anstimmt. "Ich bin dazu übergegangen, allgemeinere Texte zu verwanden, Texte für jedermann", sagt er. Liebeslieder und Balladen treffen den Nerv eines großen Publikums. Und eben dieses Publikum wolle er erreichen. In Helma-Regina Lingk hat er dazu das passende musikalische Gegenstück gefunden.

Die Zusammenarbeit der Beiden kam per Zufall. "Es war wie eine Fügung", sagt Udo Lingk. Bei einem Abend mit Freunden im Atelier stimmt Horst Meyn ein paar Lieder an. Helma-Regina Lingk singt mit. Seither treten sie gemeinsam auf - vor allem im Plauer Seehotel. "Aber wir sind aus den Startlöchern raus. Das Trio will die Bühnen der Region erobern. Ob in Hotels, Kliniken oder bei Festen - sie wollen bei ihrem Publikum genau das wecken, was die Drei so sehr miteinander verbindet: die Liebe zu Kunst und Musik.

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