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Debatte um Erdölförderung in MV : Teile des Landes schwimmen auf Öl

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Barth, nahe Stralsund, bei Grimmen, Ribnitz, Anklamm, aber auch in der Ostsee östlich vor Rügen und vor der Halbinsel Fischland-Darß - die Förderindustrie vermutet große Erdöllagerstätten unter großen Teilen Vorpommerns.

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erstellt am 13.Aug.2013 | 07:44 Uhr

Schwerin | Ölbarone entdecken MV: Barth, nahe Stralsund, bei Grimmen, Ribnitz, Anklamm, aber auch in der Ostsee östlich vor Rügen und vor der Halbinsel Fischland-Darß - die Förderindustrie vermutet große Erdöllagerstätten unter großen Teilen Vorpommerns. Bei bisher erfolgten drei Probebohrungen in Barth, Pudagla und Lütow sei Öl gefunden worden, teilte das Energieministerium gestern mit. Noch gebe es aber keine endgültigen Aussagen zur Wirtschaftlichkeit und Gewinnbarkeit. Das deutsch-kanadische Ölnternehmen Central European Petroleum (CEP) sucht auf 12 000 Quadratkilometern an sechs Aufsuchungsgebieten nach Öl. CEP geht rund um die Fundbohrung Barth von 250 Millionen Barrel Öl im Gestein aus. Das könnte der Landeskasse Millionen einbringen: Bei nur 15-prozentiger Förderung im Barther Ölfeld rechnet CEP für das Land mit einem Wirtschaftsimpuls von über 2,25 Milliarden Euro in den nächsten 25 Jahren. Nur die Spitze des Eisbergs, wirbt CEP. Teile des Landes würden auf Öl schwimmen, meinte CEP-Chef Thomas Schröter: Big Barth - wie die Region bei CEP heißt - könnte mehr als 1400 Millionen Barrel geologische Erdölressourcen enthalten.

Pro und kontra Erdöl-Förderung in MV: Jetzt schaltet sich die Landespolitik in die Debatte ein. Die SPD-Landtagsfraktion will auf ihrer heute beginnenden Klausurtagung die Chancen und Risiken einer Ölfeldentwicklung ausloten. SPD-Fraktionschef Norbert Nieszery sieht in den Lagerstätten "ein hohes wirtschaftliches und damit auch finanzielles Potential für unser Land", sagte er gestern. "Bei den Vorkommen handelt es sich um leichtes Erdöl von guter Qualität, dass nicht verbrannt wird. Damit stünde die Ölförderung in keinster Weise im Gegensatz zur Energiewende." Auch der Tourismus würde kaum beeinträchtigt. Eine Förderung in MV müsse aber "strengen umwelt- und naturschutzrechtlichen Anforderungen genügen", forderte Energieminister Volker Schlotmann (SPD). Umweltschützer schlagen derweil Alarm: Ölförderung vor der Küste sei naturschutzfachlich undenkbar, sagte BUND-Landeschefin Corinna Cwielag: "Die Landesregierung sollte sich rechtzeitig vom Traum des Öl-Booms verabschieden."

Öl-Suche in MV seit 100 Jahren: Seit 1913 wird im Land nach Erdöl gesucht. Dazu wurden bislang 534 Bohrungen in die Erde getrieben.

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