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Zur Arbeit gen Westen : Tausende pendeln noch immer

vom
Aus der Onlineredaktion

Minister Glawe fordert gut bezahlte Industriearbeitsplätze

von
erstellt am 22.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Trotz Rückholagenturen, Rückkehrerprämien und Lockangeboten: Auch 25 Jahre nach dem wirtschaftlichen Niedergang im Osten pendeln noch immer Zehntausende nach Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Allein 42 823 Menschen wohnen in Westmecklenburg und Schwerin, aber fahren täglich zur Arbeit gen West, insbesondere nach Hamburg und Lübeck. Landesweit fahren täglich 74 188 Menschen zum Arbeitsplatz außerhalb der Grenzen des Landes. Zum Vergleich: Vor acht Jahren waren es exakt 76  144 Mecklenburger und Vorpommern. Damit überquert damals wie heute jeder achte Beschäftigte mit Wohnsitz in MV auf dem Weg zur Arbeit die Landesgrenze. Vier von fünf Pendlern fahren in die alten Länder, ein Fünftel in die neuen. Die Zahl der Auspendler hat sich so gut wie nicht verändert. Nur die Pendler sind älter geworden.

Für Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) eine klare Sache: „Wer einen Arbeitsplatz hat, wiegt das Risiko ab, einen neuen Arbeitsplatz aufzunehmen.“ Er appellierte gestern beim Start einer Qualifizierungsoffensive für die maritime Industrie: „Wir brauchen mehr gut bezahlte Industriearbeitsplätze in MV.“ Glawe verweist aber darauf, dass die Zahl der Pendler aus anderen Bundesländern deutlich gestiegen ist: 27  128 Beschäftigte.

Thomas Lambusch, Präsident der Vereinigung der Unternehmensverbände, stimmt Glawe zu: „In erster Linie zählt für die Arbeitnehmer die Sicherheit des Arbeitsplatzes. Aber die Arbeitgeber tun auch alles, um die Fachkräfte zu halten, da werden Fahrkosten übernommen usw.“

Die Chefin der Linkspartei im Landtag, Simone Oldenburg, beobachtet sogar ein Anwachsen der Zahl der Auspendler seit Mitte der 1990er. Damals pendelten 54  000 Menschen aus dem Land: „Die deutliche Zunahme der Zahl der Auspendler steht für die Flucht aus dem Lohnkeller der Bundesrepublik. Statt für bessere Löhne und Arbeitsbedingungen zu sorgen, lässt die Landesregierung die Frauen und Männer ziehen.“

 

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