Gesundheitskarte : Tausende ohne gültigen Krankenkassen-Ausweis

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Je nach Kasse haben bis zu zehn Prozent der Versicherten noch keine elektronische Gesundheitskarte

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09. Dezember 2013, 00:33 Uhr

Tausenden gesetzlich Krankenversicherten aus MV kann es im kommenden Jahr passieren, dass sie die Kosten für einen Arzt- oder Zahnarztbesuch teilweise selbst bezahlen müssen. Der Grund: Sie besitzen noch immer keine elektronische Gesundheitskarte. Da die alten Karten ohne Speicherchip und Foto zum Jahresende ihre Gültigkeit verlieren, haben Versicherte dann keinen gültigen Nachweis über ihren Versichertenstatus mehr.

Wie eine Umfrage unserer Redaktion bei den größten Krankenkassen im Land ergab, ist es fast immer Nachlässigkeit, die dazu führte, dass Versicherte die neue Karte noch nicht beantragt haben. Verweigerungen aus politischen oder Datenschutzgründen seien sehr selten.

Auf die beste Ausstattung mit elektronischen Gesundheitskarten kann in Mecklenburg-Vorpommern die AOK Nordost verweisen. Sie hatte als eine der ersten Kassen bereits im Oktober 2011 mit dem Austausch der Karten begonnen und Säumige seitdem erinnert, so Sprecher Markus Juhls. Nur 6000 Versicherte in der Drei-Länder-Kasse haben immer noch keine neue Karte beantragt. „Da ihre alte Karte zum Jahresende ihre Gültigkeit verlieren wird, müssen sie sich vor einem kurzfristigen Arztbesuch im neuen Jahr bei uns eine ,Übergangskarte‘ besorgen. Bis zur Honorarabrechnung zum Quartalsende haben sie dann Zeit, ihre neue elektronische Versichertenkarte in der Praxis nachzureichen“, erläutert Juhls. „Können sie das nicht, wird ihnen der Arzt eine Privatrechnung ausstellen, die sie bei uns zur Erstattung einreichen können. Allerdings zahlen wir nur den Satz der Gesetzlichen Krankenversicherung, den Differenzbetrag muss der Versicherte in solchen Fällen selbst tragen.“

Bei der DAK haben inzwischen mehr als 90 Prozent der 180 000 Kunden in MV ihre elektronische Versichertenkarte, so Sprecher Rainer Lange. „Wer ab 1. Januar keine neue Karte beim Arzt vorweisen kann, hat die Möglichkeit, einen Behandlungsausweis bei uns anzufordern und diesen dem Arzt nachreichen.“

Großzügiger sind Barmer/GEK und Techniker Krakenkasse (TK). Sie räumen säumigen Versicherten eine letzte Frist bis Ende September 2014 ein, während der ihre alten Krankenversicherungskarten noch zur Abrechnung beim Arzt genutzt werden können. „93 Prozent aller 157 300 Versicherten im Land sind ausgestattet, damit liegen wir im Bundesdurchschnitt“, so TK-Sprecherin Heike Schmedemann. Säumige seien im Oktober telefonisch und Ende November brieflich erinnert worden. Ähnlich ging auch die Barmer/ GEK vor. 93 Prozent ihrer er 238 880 Mitglieder im Land haben inzwischen die neue Karte, so Sprecher Bernd Schulte.

Wer jetzt noch Antrag und Passfoto einreicht, bekommt die neue Karte je nach Kasse binnen fünf bis zehn Arbeitstagen.

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