Fahrerflucht : Tatort Parkplatz: Rempler flüchten oft

500 000 Menschen begehen pro Jahr bundesweit Fahrerflucht – allein in Schwerin 650

svz.de von
15. Dezember 2014, 07:45 Uhr

Ein abgefahrener Spiegel, eine Delle an der Fahrertür oder Kratzer in der Stoßstange – doch weit und breit keine Spur vom Verursacher. Die Fahrerflucht nach Blechschäden nimmt in der Region zu.

So ist die Zahl derer, die nach einem Parkschaden in Rostock geflüchtet sind, um 172 auf 3461 Fälle im Jahr 2013 gestiegen. Das zeigen Angaben des Polizeipräsidiums Rostock. Speziell für Schwerin seien mehr als 650 Fälle von Fahrerflucht an parkenden Autos im vergangenen Jahr gemeldet worden. Die Dunkelziffer sei jedoch deutlich höher, da nicht jeder Blechschaden bekannt und angezeigt wird. Doch statt die Polizei zu benachrichtigen, flüchten pro Jahr bundesweit mehr als 500  000 Beteiligte von einem Unfallort. Zu diesem Ergebnis kam der Auto Club Europa (ACE), der Angaben von Polizeibehörden in mehreren Bundesländern ausgewertet hat.

Fast drei Viertel aller Deutschen haben laut einer Umfrage schon einmal kleinere Schäden an ihrem Auto entdeckt, bei dem der Verursacher geflüchtet ist. Die Aufklärungsquote bei einem Blechschaden nach Fahrerflucht ist eher gering: „Es muss schätzungsweise nur jeder dritte Täter, der nach einem Sachschaden flieht, mit Entdeckung rechnen“, so der ACE. Dies spiegeln auch die Angaben des Polizeipräsidiums wider: So seien in Rostock lediglich 1184 Fälle im Jahr 2013 aufgeklärt worden, in Schwerin 285.

Auf den Kosten für den Blechschaden bleibt häufig der Betroffene sitzen oder seine Versicherung. Doch dann ist die Gefahr groß , einen höheren Beitragssatz im nächsten Jahr zu zahlen. Aus diesen Gründen werden laut ACE die meisten Blechschäden gar nicht erst gemeldet.

Als Unfallflucht gilt gemäß Paragraph 142 des Strafgesetzbuches schon, wer nur einen Zettel an der Windschutzscheibe hinterlässt. „Als Verursacher ist man verpflichtet zu warten, bis der Fahrer des beschädigten Fahrzeuges am Unfallort eintrifft. Sollte einem das nicht möglich sein, so hat man die Polizei über den Unfall zu informieren“, sagt Isabel Wenzel, Sprecherin des Polizeipräsidiums Rostock.

Je nach Schwere der Tat könne beim unerlaubten Entfernen vom Unfallort mit hohen Geldstrafen, Punkten in Flensburg, Fahrverbot und sogar Führerscheinentzug gerechnet werden.

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