Tatort Internet: Betrüger räumen Konten ab

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13. September 2012, 08:45 Uhr

Eberswalde | Im Internet tummeln sich immer mehr Verbrecher. Knapp 9500 Fälle von Internetkriminalität und rund 2000 von Computerkriminalität hat das Landeskriminalamt (LKA) in Eberswalde im vergangenen Jahr registriert. Damit stieg die Zahl der "digitalen Verbrechen" in Brandenburg im Vergleich zu 2010 um rund 600 Vorfälle.

Den größten Anteil am "cybercrime" nimmt der Betrug ein. Entweder verschaffen sich die Täter unberechtigt Zugang zu E-Mail-Konten, modernen Telefonanlagen von Unternehmen , erschleichen sich Pin-Nummern von Bankkonten oder verschicken E-Mails von nicht existierenden Absendern mit dubiosen Zahlungsaufforderungen.

"Die Täter sind meist männlich und erwachsen", sagt Polizeisprecherin Karina Schulter. Frauen tauchen nur gelegentlich als Tatverdächtige auf. Nichts destotrotz, auch diese Zahl steigt seit Jahren kontinuierlich. Bei immer mehr Verbrechen kommen die Ermittler scheinbar kaum mit der Aufklärung hinterher. Die Quote ist im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert, was die Internetkriminalität betrifft. Bei der Computerkriminalität, also wenn der Computer das Tatmittel ist, konnte nur jeder dritte Fall gelöst werden. Den Schaden, den die Täter verursacht haben, sank leicht. Von 6,3 Millionen 2010 auf 5,8 im vergangenen Jahr. Wie viele Fälle aber dahinter stecken, können die Ermittler nicht detailliert benennen.

Hingegen beschäftigt ein neues Phänomen das LKA. Seit März 2011 verbreitet sich die Ransomware,(zu deutsch Lösegeld) warnt das LKA. "Als psychisches Druckmittel werden Logos der Bundespolizei, des Bundeskriminalamtes (BKA)oder der Gema auf dem Desktop angezeigt", sagt Polizeisprecherin Schulter. Ransomware seien aber Computerprogramme, die mit Hilfe eines Eindringlings (Trojaner) den Zugriff auf einem fremden Computer sperren. Es taucht ein Fenster auf, in dem der Besitzer darauf hingewiesen wird, dass er mit Straftaten im Bereich der Kinderpornografie, Gewalt und ähnlichem in Erscheinung getreten sei. Das Problem könne aber aus der Welt geschafft werden - wenn ein Lösegeld , meist 50 oder 100 Euro, gezahlt würde.

In Brandenburg wurden 2011 insgesamt 445 Fälle registriert, in denen das Logo des BKAs benutzt wurde. Bis August 2012 waren es schon 314 Fälle. Der Schaden beläuft sich hier auf 3500 Euro. Die Polizei rät ausdrücklich, die Antivirensoftware auf dem aktuellsten Stand zu halten und keine E-Mails von unbekannten Absendern zu öffnen, sagt Sprecherin Schulter. Strafanzeigen können unter www.internetwache.brandenburg.de aufgegeben werden. 40 Beamte und Angestellte sind im Dezernat cybercrime beim LKA tätig. Sie arbeiten in den Bereichen Ermittlung, Auswertung, Ansprechstelle für Kinderpornografie, DV-Beweissicherung, Computer-Forensik und Finanzermittlung.

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