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Millionen-Schaden in MV : Tatort Internet: Betrüger benutzen Polizei-Logo

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Um 9,3 Prozent hat die "digitale Kriminalität" in MV im Vergleich zum Vorjahr zugenommen. Die zuständige Spezialeinheit des LKAs registrierte 5304 Cyberstraftaten im Jahr 2011, das sind knapp dreimal so viele wie 2008.

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erstellt am 27.Aug.2012 | 09:15 Uhr

Schwerin | Tatort Internet: Um 9,3 Prozent hat die "digitale Kriminalität" in MV im Vergleich zum Vorjahr zugenommen. Die zuständige Spezialeinheit des Landeskriminalamtes registrierte 5304 Cyber straftaten im Jahr 2011, das sind 500 mehr als 2010 und knapp dreimal so viele Straftaten wie noch 2008. "Die Täter sind zumeist im Alter zwischen 21 und 35 Jahren", erklärte Behördensprecherin Synke Kern. Die Aufklärungsquote der digitalen Verbrechen liege wie in den Vorjahren bei knapp 80 Prozent und der polizeilich erfasste Schaden, den die Täter verursachten, beläuft sich auf zwei Millionen Euro.

Der allergrößte Anteil von Gesetzesverstößen im Computerbereich hat mit Betrug zu tun - 4327 Fälle im Jahr 2011. "Uns wird auch deutlich, dass Betrugsdelikte zunehmend über das Internet begangen werden", schätzte Synke Kern ein. Im Gegensatz dazu sei die Softwarepiraterie merklich rückläufig. Ursächlich dafür dürfe eine Gesetzesänderung sein, die Inhabern von Urheberrechten ein Auskunftsrecht bei den Providern einräumt. Dadurch könne in der Regel der Zivilrechtsweg beschritten werden und in der Folge wurden die Verfahren bei den Strafverfolgungsbehörden drastisch reduziert.

Ein seit vergangenem Jahr verstärkt auftretendes Phänomen sei die Verbreitung von sogenannter Ransomware, wie das Landeskriminalamt warnt. Eine Schadsoftware gelange beim Surfen auf die Rechner und blockiere dort alle laufenden Arbeitsprozesse. In einem sich öffnenden Fenster mit zum Beispiel dem Logo der Bundespolizei oder des Bundeskriminalamtes wird der Nutzer über die Sperrung informiert, da bei ihm angeblich illegale Aktivitäten oder Inhalte festgestellt wurden. Eine Entsperrung könne erst nach Zahlung einer Geldstrafe über Onlinebezahldienste erfolgen. "Der Rechner bleibt jedoch auch nach Zahlung des Betrages blockiert", erläutert Synke Kern. Falls man eine ähnliche Meldung bekommt, solle man sich am besten bei der Polizei melden, heißt es.

Die Landespolizei engagiert sich seit 1999 mit einer speziellen Ermittlungsgruppe im Internet. Mit der Polizeistrukturreform im vergangenen Jahr ist im Landeskriminalamt ein Dezernat "Cybercrime" eingerichtet worden, das sich als Ansprechstelle für die Wirtschaft sowie öffentliche und private Stellen versteht. Ebenso sind hier die Polizeibeamten tätig, die die Online-Meldestelle unter www.netzverweis.de betreuen und die Hinweise zu kriminellen Internetinhalten bearbeiten.

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