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Ludwigslust : Tariflohn reißt tiefe Haushaltslöcher

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Große Freude herrscht bei den Angestellten in den öffentlichen Amtsstuben über den jüngsten Tarifabschluss. Diese gestaffelten 6,3 Prozent beurteilen die Bediensteten als den endlich erhofften warmen Regen.

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erstellt am 09.Apr.2012 | 07:58 Uhr

Ludwigslust | Große Freude herrscht bei den Angestellten in den öffentlichen Amtsstuben über den jüngsten Tarifabschluss. Diese gestaffelten 6,3 Prozent beurteilen die Bediensteten als den endlich erhofften warmen Regen. Doch die Freude über das Mehr an Geld wird an der Tür zur Kämmerei schon verhaltener. Dort nämlich wurde und wird seit der Tarifeinigung fleißig gerechnet, um diese Mehrbelastung für das aktuelle und das kommende Haushaltjahr aufzufangen. In den meisten Fällen steht hinter der Frage nach dem Wie ein großes Fragezeichen. Diese Summen werden ein großes Loch in die kommunalen Haushalte reißen, ist der Amtsvorsteher im Amt Dömitz-Malliß, Burkhard Thees, überzeugt. Er urteilt, dass sein Amt und die Gemeinden an der Belastungsgrenze stehen, teilweise bereits überschritten haben.

Auch die Leitende Verwaltungsbeamtin Iris Weber im Dömitzer Amtshaus sieht dieser neuerlichen Belastung mit sorgenvoller Miene entgegen. Sie präsentiert erste hochgerechnete Zahlen für das aktuelle Haushaltsjahr, die jedoch nach entsprechenden Änderungen angeglichen werden müssen: Die Amtsverwaltung allein wird mit einem Mehraufwand an Gehaltszahlungen in Höhe von 45 000 Euro belastet. Es folgen die Stadtverwaltung mit 17 500 Euro, die Gemeinden Malliß mit 8500 Euro, Malk-Göhren mit 6200 Euro, Neu Kaliß mit 5200 Euro, Vielank mit 2500 Euro und Grebs-Niendorf mit 1300 Euro. Für alle Haushalte gilt, dass es sich noch um Fehlbeträge handelt, die jedoch gezahlt werden müssen. Allein für das Wie und Woher wurde in einer ersten Haushaltsberatung keine Antwort gefunden, war aus dieser Amtsverwaltung zu erfahren. Amtsvorsteher und Verwaltungschefin blicken auf einen zweiten finanziellen Klotz am kommunalen Bein: Es wird mit den neuen Sätzen der immer noch nicht feststehenden Kreisumlage eine Belastung von bis zu 200 000 Euro erwartet.

Bereits rechnerisch in Vorleistung ist das Amt Ludwigslust-Land getreten. Dort wurde versucht, die Auswirkungen des jüngsten Tarifabschlusses abzufedern: Mit nur 6400 Euro schlägt dort das Mehr zu Buche. "Die Summe fällt deshalb so gering aus, weil wir bei der Planung des Haushaltes 2012 bereits von einer 3-prozentigen Tariferhöhung ausgegangen sind. Bei einer geplanten Kreisumlage von 43,21 Prozent müssten die Gemeinden des Amtes Ludwigslust-Land zusätzlich 113 200 Euro aufbringen", informiert Kerstin Eggert, die für zentrale Dienste und die Finanzen alle Fäden im Amt in der Hand hält.

Die Stadt Ludwigslust hat bereits eine 2-Prozent-Tariferhöhung in den Haushaltsplan 2012 eingearbeitet. Um die Gesamterhöhung zu sichern, müssen noch 62 600 Euro in den Haushaltsplan eingearbeitet werden. Für das Haushaltsjahr 2013 ergibt sich eine durchschnittliche Haushaltsbelastung von 2,12 Prozent, das sind nochmals 126 400 Euro für die Stadt Ludwigslust, diese Zahlen, so die 1. Stellvertretende Ludwigsluster Bürgermeisterin Petra Billerbeck, sind eine schwere Last.

Stolze 30 000 Euro hat die Stadt Grabow für Gehälter vorbehaltlich in den Haushalt 2012 eingerechnet, informiert Bürgermeister Ulrich Schult. Exakte Zahlen wird es wohl erst Mitte Mai geben. Dann können auch die Belastungen für 2013 bestimmt werden.

Für die Stadt Neustadt-Glewe wird es um rund 90 000 Euro in diesem Jahr und für 2013 nochmals um 150 000 Euro teurer, informiert Bürgermeister Arne Kröger. Erklärtes Ziel im Rahmen künftiger Konsolidierungsmaßnahmen ist es, die Personalkosten durch sozialverträgliche Maßnahmen auf ein angemessenes Niveau herunterzufahren - mindestens jedoch auf den Stand des Jahres 2011, blickt der Neustädter Bürgermeister in die offene Zukunft.


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