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Mecklenburg-Vorpommern

18. November 2017 | 17:03 Uhr

Parchim : Tanz Mariechen, tanz!

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nadine Ehrhardt vom Sportverein „Einheit 46“ Parchim gehört zu den Besten.

von
erstellt am 17.Feb.2017 | 12:00 Uhr

Nadine Ehrhardt ist angespannt, ihr Blick ist konzentriert. „Ich habe das Gefühl umzufallen.“ Die 16-Jährige atmet tief ein und aus. „Umso mehr bekannte Gesichter im Publikum sind, desto schlimmer ist die Aufregung.“ Vor ihr liegen zwei Minuten und 15 Sekunden. Zwei Minuten voller Tanz und Akrobatik. Zwei Minuten, in denen das Tanzmariechen trotz größter Anstrengung bühnenreif lächeln muss. Wenn die Musik anfängt, spult in Nadines Kopf ein Film ab und sie wird eins mit den Bewegungen.

Was so leichtfüßig aussieht, ist das Ergebnis harter Arbeit. Mindestens viermal in der Woche ist Nadine beim Training. Ihr größtes Manko sei die Ausdauer. Nadine Ehrhardt ist seit 2007 Mitglied im Sportverein „Einheit 46“ Parchim. Sie gehört zu den 35 engagierten Mitgliedern der karnvelistischen Tanzsportgruppen. Zunächst trat sie nur in der Gruppe auf, später im Duo und seit 2013 ist sie auch Solo unterwegs. „Das ist nicht einfach nur Spaß. Das ist auch Leistungssport.“ Die 16-Jährige hat einen Traum: einen Starter-Platz bei den Deutschen Meisterschaften. Bisher ist eine direkte Qualifizierung für Tänzer aus Mecklenburg-Vorpommern nicht möglich. Seit 2011 gab es nicht einmal Landesmeisterschaften. Der Grund: Die vom Bund Deutscher Karneval vorgegebene Mindestteilnehmerzahl konnte nicht erreicht werden. „Für dieses Jahr haben wir nun wieder eine Landesmeisterschaft bewilligt bekommen“, freut sich Nadines Vater Ingolf Ehrhardt, Vorsitzender des SV „Einheit 46“. Allerdings lässt auch diese Meisterschaft keine direkte Qualifikation in das Halbfinale der Deutschen Meisterschaft zu. „Das zu ändern, ist unser großes Ziel. Dazu brauchen wir allerdings 80 Starter. Da kommen wir noch nicht ran.“ Folglich werden selbst die Teilnehmer, die am 4. November zu MV-Landesmeistern gekürt werden, nicht bei den großen Turnieren starten können – sofern sie sich nicht in offenen Wettkämpfen auf vordere Plätze getanzt haben. „Bei offenen Turnieren ist die Konkurrenz sehr groß. Die Mädchen, die in Karnevalhochburgen Zweite oder Dritte werden, holen sich dort ihre Qualifikation“, weiß Nadine Ehrhardt. „Sie erreichen 470 Punkte und mehr. Meine Bestleistung lag bei 436 Punkten. In geschlossenen Turnieren in anderen Bundesländern hätte ich mich damit qualifiziert.“ Bewertet werden neben der Körperspannung, die Ausstrahlung, die Kondition auch der Schwierigkeitsgrad der akkrobatischen Elemente sowie die Sauberkeit der Tanzdurchführung. „Mein Ehrgeiz ist groß. Aber mir läuft die Zeit weg.“ Die Zeit, um ihren Traum zu verwirklichen. „Nach dem Abitur möchte ich studieren und auch gerne ins Ausland.“

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