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Lebenshaltungskosten in MV : Tanken und Essen waren die Preistreiber 2012

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Obwohl die Fahrt zur Tankstelle oder zum Supermarkt den Verbrauchern in Mecklenburg-Vorpommern auch 2012 kräftig ans Portemonnaie ging, sind die Lebenshaltungskosten deutlich langsamer gestiegen als im Jahr davor.

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erstellt am 30.Dez.2012 | 07:44 Uhr

Schwerin | Obwohl die Fahrt zur Tankstelle oder zum Supermarkt den Verbrauchern in Mecklenburg-Vorpommern auch 2012 kräftig ans Portemonnaie ging, sind die Lebenshaltungskosten deutlich langsamer gestiegen als im Jahr davor. Ersten Berechnungen zufolge ist die Teuerungsrate im zu Ende gehenden Jahr wieder unter 2 Prozent gefallen. "Wir rechnen mit einem Preisanstieg zum Vorjahr von 1,9 Prozent", sagte Dieter Gabka vom Statistischen Amt in Schwerin.

Bei Werten von bis zu 2 Prozent spricht die Europäische Zentralbank (EZB) von stabilen Preisen und verzichtet auf Vorkehrungen zur Begrenzung der Inflation. 2009 und 2010 war die Teuerungsrate im Nordosten mit Werten um 1 Prozent besonders niedrig, allerdings hatte sie 2007 und 2008 in einigen Monaten auch über 4 Prozent gelegen.

Im Jahr 2011 hatten die Lebenshaltungskosten, getrieben vor allem von den galoppierenden Spritpreisen, in Mecklenburg-Vorpommern um 2,8 Prozent zugelegt. Das war deutlich mehr als im Bundesdurchschnitt, der bei 2,3 Prozent lag. Allein die Energiekosten erhöhten sich im Vergleich zu 2010 im Nordosten um 10,2 Prozent. 2012 habe der Preisanstieg bei Strom, Benzin, Diesel, Heizöl, Gas und Fernwärme zwar angehalten, sei mit etwa 5 Prozent aber nur halb so stark ausgefallen wie im Jahr davor, erklärte Gabka. Allerdings ist schon jetzt absehbar, dass insbesondere für Strom auch 2013 wiederum die Preise steigen, Experten rechnen mit etwa 13 Prozent.

Auch für Lebensmittel mussten die Verbraucher 2012 nochmals tiefer in die Tasche greifen. Die Preise kletterten im Durchschnitt um 3,2 Prozent und damit nur unwesentlich langsamer als 2011, als der Preiszuwachs über das Jahr 3,9 Prozent erreichte. "Gerade bei den Nahrungsgütern hat sich gezeigt, dass die Preisanstiege nicht nur saisonabhängig waren. Viel Obst und Gemüse zu essen, sich gesund zu ernähren, ist eben nicht immer billig", stellte Gabka fest.

Experten gehen davon aus, dass neben teilweise mageren Ernten auch die hohen Energiekosten bei der Beheizung von Gewächshäusern oder bei langen Transportwegen die Nahrungsgüter preise mit angetrieben haben.

Vor allem in der Vorweihnachtszeit waren die Kostensteigerungen bei Lebensmitteln deutlich zutage getreten. So waren im November etwa Zutaten für Weihnachtsgebäck wie Mehl und Kakaopulver um jeweils 14 Prozent teurer als vor einem Jahr, Mandeln und Kokosraspel um fast 20 Prozent. "Höhere Preise für Zutaten machen auch die Endprodukte teurer. Manche Bäcker verweisen schon mit Schildern in der Auslage darauf und begründen damit die höheren Preise für ihre Waren", sagte Gabka.

Als einer der wenigen, dafür aber beständigen kostendämpfenden Bereiche erweist sich laut Gabka die Nachrichtenübermittlung samt Internet, Telefon und Heimelektronik. "Seit nun schon 15 Jahren gehen da die Preise runter", sagte er. Klassische Computer waren laut Statistikamt im November 2012 um 21 Prozent preiswerter als ein Jahr zuvor, Fernsehgeräte um 14 Prozent. Doch gingen solche, meist längerlebige Waren nur zu einem geringen Anteil in den sogenannten Warenkorb ein, nach dem die Lebenshaltungskosten berechnet werden. Wichtigste Bereiche seien Wohnen samt Strom und Wasser mit 31 Prozent, Ernährung mit 14 und Verkehr mit 13 Prozent.

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