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Fritz-Reuter-Bühne Schwerin : Tamburin und Rummelpott

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Alle Jahre wieder kommt ein neues weihnachtliches Programm der Fritz-Reuter-Bühne, die auf diese Weise ihr Publikum auf das Fest der Feste einstimmen möchte. Zur 16. Auflage sogar mit Tamburin und Rummelpott.

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erstellt am 02.Dez.2012 | 07:06 Uhr

Schwerin | Alle Jahre wieder kommt nicht nur - wie allgemein bekannt - das Christuskind, sondern auch ein neues weihnachtliches Programm der Fritz-Reuter-Bühne, die auf diese Weise Jahr für Jahr ihr treues Publikum auf das Fest der Feste einstimmen möchte. Auch das hat sich mittlerweile herumgesprochen, ist Tradition geworden. Und so nimmt es nicht wunder, dass auch zur nunmehr 16. Auflage im wohlgefüllten Konzertfoyer ein erwartungsvoll gestimmtes Publikum der Dinge harrte, die da kommen sollten. Und die kamen mit Sang und Klang: Mit Tamburin und Rummelpott zogen Arja Sharma, Elfie Schrodt, Jens Tramsen und Andreas Auer singend in den Saal ein und verkündeten "Wiehnacht willn wi fiern". Und wer da vielleicht meinte, es gäbe nach 15 Programmen wohl kaum noch Neues, wurde aufs Angenehmste enttäuscht. Denn Ulrike Stern, die neue Dramaturgin der Plattdeutschen am Staatstheater, hat diesmal noch einen drauf gesetzt, bisher so noch nicht Gehörtes rund ums Weihnachtsfest aufgestöbert und nicht nur ein wunderschönes Programm daraus gemacht, sondern auch zahlreiche Texte ins Niederdeutsche übertragen bzw. selbst verfasst, wie z. B. "Du sallst Vadder un Mudder iehren" oder "Pelle treckt ut" von Astrid-Lindgren. Letzteres gelesen von Arja Sharma, die im weiteren Verlauf mit "He is allens för mi" bewies, daß sie up Platt sogar rappen kann. Es gab Texte von Fritz Reuter, einer über ein recht seltsamesWeihnachtsgeschenk aus "Dörchläuchting" (Jens Tramsen) und "Woans ick tau ne Frau kam" (Andreas Auer).

Alles kann man gar nicht aufzählen. Aber einige Höhepunkte sollen doch genannt sein. Da ist das von allen gesungene "Dat Johr is nu mäud wordn", für das Manfred Brümmer der rund 250 Jahre alten Melodie von "Adeste fideles" einen neuen plattdeutschen Text maßgeschneidert hat, Jens Tramsens melancholischer "Wiehnachtsmann", de ok "all mäud wordn" ist, die heutige Welt und ihren Geschenkewahn inklusive Hightech-Spielkonsolen mit allerhand Klimbim nicht mehr versteht. Elfie Schrodt kann lustig, aber nicht nur: Die von ihr gelesene Geschichte "De beiden Wiehnachtsäsel" ließ den religiösen Hintergrund des Weihnachtsfestes auf berührende Weise durchscheinen. Und dass einer der Weihnachtsklassiker schlechthin, Eichendorffs "Markt und Straßen stehn verlassen", nun auch plattdeutsch zu haben ist, dafür hat wiederum Ulrike Stern gesorgt. Den Musikalischen Part, von der Bearbeitung der Melodien bis hin zur Begleitung der sangesfreudigen Akteure am Flügel besorgte auch diesmal wieder Christiane Möckel. Beim Publikum kam diese Mischung großartig an, es erklatschte sich eine Zugabe: Ein übermütiges "Fröhliche Wiehnachten steiht vör de Dör" entließ lauter froh gestimmte Zuhörer, von denen frei nach dem ollen Goethe "jeder zufrieden aus dem Haus" ging.

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