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Notarkammer MV : Tag der offenen Tür: Tipps zur Vorsorge

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Notare in Mecklenburg-Vorpommern informieren morgen über Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung

Haben Sie vorgesorgt? Unter diesem Motto laden die an der landesweiten Aktion teilnehmenden Notare in Mecklenburg-Vorpommern bereits zum 13. Mal zu einem Tag der offenen Tür ein. In diesem Jahr öffnen sich die Kanzleitüren am Mittwoch, 18. Januar, von 14 bis 17 Uhr, wie die Notarkammer Mecklenburg-Vorpommern gestern mitteilte. Interessenten erhalten demnach kostenlos Informationen rund um die Themen Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung.

Wer springt eigentlich für mich ein, wenn ich aufgrund eines Unfalls oder einer Krankheit nicht mehr für mich entscheiden kann? Was ist mit dem Zugang zu meinen Bankkonten, mit Behördengängen oder etwa Entscheidungen über meine ärztliche Versorgung? Ein weit verbreiteter Irrglaube geht davon aus, dass der Ehegatte oder die Kinder automatisch alles entscheiden dürften. „Dem ist nach der bisherigen Rechtslage aber nicht so. Wenn der Betroffene keine entsprechende Vorsorgevollmacht erteilt hat, müssen Gerichte die Frage klären, wer die Betreuung übernehmen darf. Dies kann dazu führen, dass fremde Personen über die persönlichsten Angelegenheiten des Betroffenen entscheiden“, sagt Dr. Niclot von Stralendorff, Geschäftsführer der Notarkammer Mecklenburg-Vorpommern.

Eine neue Gesetzesinitiative, die derzeit im Bundestag beraten wird, sehe vor, dass Ehegatten untereinander auch ohne Erteilung einer Vorsorgevollmacht für die gesundheitlichen Angelegenheiten vertretungsberechtigt sind. Das geplante Gesetz helfe in vielen Fällen, unerwünschte Ergebnisse (z.B. die Bestellung eines gesetzlichen Betreuers) zu vermeiden und wichtige persönliche Entscheidungen über die Gesundheit im Rahmen der Familie zu halten, so von Stralendorff. Wichtig sei jedoch, zu verstehen, dass die Vorsorgevollmacht hierdurch nicht entbehrlich wird. „Der Gesetzentwurf regelt lediglich die Frage der gesundheitlichen Vorsorge, nicht jedoch die Vertretung in vermögensrechtlichen Angelegenheiten. Wünscht der Betroffene auch weiterhin den reibungslosen Fortlauf alltäglicher Geschäfte durch ihm vertraute Personen, so muss er hierfür durch Erteilung einer Vorsorgevollmacht aktiv werden. Auch kann er dabei festlegen, dass außer dem Ehepartner auch Kinder oder andere nahestehende Personen entscheidungsbefugt sind“, rät der Geschäftsführer der Kammer. Und für den Fall, dass der Betroffene die Vertretung durch den eigenen Ehegatten ausschließen will, müsse er der gesetzlichen Vollmacht ausdrücklich widersprechen.

Der Tag der offenen Tür soll dazu beitragen, bestehende Ungewissheit über die eigene zukünftige Versorgung zu beseitigen und in diesem Zusammenhang über die aktuellen rechtlichen und tatsächlichen Entwicklungen aufzuklären. Über die Notarkammer (Tel. 0385-5812575 oder www.notarkammer-mv.de) erhalten Interessenten weitere Informationen, insbesondere auch über den Kreis der teilnehmenden Notare.

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