Tafel möchte in die Kochschule ziehen

Die Stadt hat den Jugendtreff in der Kochschule geschlossen und sucht nun nach einer anderen Nutzung. Die Tafel würde gern einziehen.
Die Stadt hat den Jugendtreff in der Kochschule geschlossen und sucht nun nach einer anderen Nutzung. Die Tafel würde gern einziehen.

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22. Mai 2012, 09:33 Uhr

Wittenberge | Dicker Reis mit Zucker und Zimt kam gestern in der Wittenberger Tafel auf den Tisch. Geliefert aus Perleberg, wo das Mittagessen auch für die bedürftigen Wittenberger gekocht wird. Ab 12 Uhr füllt sich der Raum in der verlängerten Bahnstraße. Das soziale Aktionsbündnis, zu dem die Wittenberger Tafel gehört, hat sich seit etlichen Jahren in dem großen Eckhaus Bahnstraße/Gartenstraße eingemietet. Neben dem Raum fürs Mittagessen befinden sich hier auch die Lebensmittelausgabe für Bedürftige und die Kleiderkammer. Das Schild oben an der Fassade täuscht. Es suggeriert, hier fände man ein gediegenes Café. Das Schild ist die Hinterlassenschaft von Filmleuten. Die Räumlichkeiten, mit denen die Tafel in dem Haus zurecht kommen muss, sind nicht gediegen.

Ehrenamtler des Vereins und Mitarbeiter, die über geförderte Arbeitsmaßnahmen für die Tafel tätig sind, geben einen Einblick in das Domizil. Das größte Problem, so sagen sie, ist die Feuchtigkeit. Vor zwei oder drei Jahren habe es im Haus zur Winterzeit einen größeren Wasserschaden gegeben. Die Feuchtigkeit kriecht seit dem in den Wänden hoch. Dass sich die Tapeten lösen, sei noch die geringste Sorge. Mittlerweile riecht man die Feuchtigkeit. Die Nutzung der elektrischen Anlage ist eingeschränkt. Auch das ein Problem, wenn man bedenkt, dass das Geschirr von der Mittagstafel gespült werden muss.

"Wir suchen in Wittenberge dringend ein neues Domizil, und es wäre für uns optimal, wenn wir wirklich in die Kochschule ziehen könnten", sagt Marlies Müller, Koordinatorin der Tafeln und Mitarbeiterin im sozialen Aktionsbündnis Prignitz e. V.

Die Zeichen für den Umzug stehen gut. Die Kommune sucht für das bis vor kurzem noch als Jugendzentrum genutzte Gebäude dringend eine neue soziale Nutzung. Klappt das nicht, muss die Stadt Fördermittel zurück zahlen. Der erste Gedanke, nach Schließung des Jugendclubs dort das städtische Möbellager unterzubringen, ist verworfen. Auch Stadtverordnete hatten die Idee als verfehlt angesehen.

"Wir haben das Haus besichtigt und festgestellt, dass es für unsere Bedürfnisse gut geeignet ist", sagt Marlies Müller. Im großen Raum des Untergeschosses könnte das Mittagessen gereicht werden. Im Geschoss darüber würden die Lebensmittelausgabe und Kleiderkammer ihren Platz finden.

Im Obergeschoss des Hauses befinden sich, ebenfalls mal mit Fördergeld geschaffen, Übernachtungsmöglichkeiten und dazugehörige Sanitäranlagen. "Diese könnten weiter wie bisher genutzt werden, wenn der Verein das Haus mietet", versichert Marlies Müller. Dem komme entgegen, "dass wir am frühen Nachmittag das Haus verlassen."

Gestern Abend befassten sich die Mitglieder des städtischen Sozialausschusses mit dem Umzug der Tafel in die Kochschule. Der "Prignitzer" berichtet.

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