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Nach Diebestour in Schwerin : Täter erhalten unterschiedliche Strafen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ein Täterduo versetzte Hausbesitzer in Angst. Vier Jahre Haft für den Haupttäter, Bewährung für Komplizen

von
erstellt am 06.Jul.2017 | 19:45 Uhr

Gemeinsam gingen zwei Männer im vergangenen Herbst auf Diebestour und versetzten Hausbesitzer im Schweriner Süden in Angst und Schrecken. Gestern hat das Landgericht Schwerin die beiden Moldawier wegen gemeinschaftlichen Wohnungseinbruchsdiebstahls verurteilt. Trotz aller Gemeinsamkeiten setzten die Richter beim Strafmaß unterschiedliche Messlatten an. Ein 28-Jähriger muss für vier Jahre ins Gefängnis. Seinen 22-jährigen Komplizen verurteilte das Gericht zu zwei Jahren Haft, setzte die Strafe aber zur Bewährung aus.

Es sei ein besonderer Fall, warb der Vorsitzende Richter Otmar Fandel um Verständnis für das Strafmaß. Der Ältere sei der Chef gewesen, er lernte den Jüngeren an, er suchte die Tatorte aus. Außerdem versuchte er, den Verkauf des Diebesguts zu organisieren. Als das Duo geschnappt wurde, verschleierte er seine Identität. Erst zum Ende des Prozesses räumte er die Einbrüche ein.

Der Jüngere hingegen habe sich nur aus Geldnot zu den Einbrüchen verleiten lassen. Er habe nach der Festnahme alles gestanden und der Polizei geholfen, Details aufzuklären. Die Richter glauben, dass der 22-Jährige „seine Lektion gelernt hat“. Die Bevölkerung werde verstehen, so Fandel, dass der Mann mit einer Bewährungsstrafe davonkommt.

Zwischen September und November 2016 war das Duo in elf Wohnhäuser im Schweriner Süden eingestiegen. Die Bewohner waren verreist, zur Geburtstagsfeier bei Freunden oder nur für eine Stunde zum Einkaufen. In den meisten Fällen zerschmetterten die Einbrecher mit einem Stein ein Fenster, um an die Verriegelung zu kommen. Sie klauten alle Wertgegenstände, die sie wegtragen konnten, denn ein Auto hatten sie nicht. Laptops, Kameras, Computer, Schmuck, Bargeld, Goldmünzen, Autoschlüssel und Handys schleppten sie in Plastiktüten zu einer Freundin des Älteren, wo beide Unterschlupf gefunden hatten.

In einem Fall nahmen sie auch die gepackten Koffer eines Hausbesitzers mit, der am nächsten Tag verreisen wollte. In einem anderen kam ein Computer abhanden, auf dem der Besitzer seine Musikkompositionen abgespeichert hatte. Andere vermissten Schmuckstücke mit hohem ideellem Wert, weil es Erbstücke waren. Insgesamt betrug der Schaden, den das Duo anrichtete, rund 100 000 Euro. Sie bekamen aber kaum etwas davon verkauft. Nach der Festnahme konnten den Hausbesitzern fast alle gestohlenen Wertsachen zurückgegeben werden.


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