zur Navigation springen
Mecklenburg-Vorpommern

18. Dezember 2017 | 17:40 Uhr

Kinderschutz-Hotline : Täglich ein Hilferuf

vom

Auch im vierten Jahr ihres Bestehens wurde die Kinderschutzhotline MV unverändert stark in Anspruch genommen. Das Landesamt hatte die Hotline nach dem tragischen Hungertod von Lea-Sophie in Schwerin eingerichtet.

svz.de von
erstellt am 15.Jan.2012 | 08:07 Uhr

Rostock | Auch im vierten Jahr ihres Bestehens wurde die Kinderschutzhotline Mecklenburg-Vorpommern unverändert stark in Anspruch genommen. Nach Auskunft des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock gingen an der kostenlosen Hotline unter der Rufnummer 0800 14 14 007 im vergangenen Jahr 309 Meldungen wegen eventueller Kindeswohlgefährdungen ein. Dazu kamen 235 Auskunftsersuchen.

Das Landesamt hatte die Hotline nach dem tragischen Hungertod der fünfjährigen Lea-Sophie in Schwerin eingerichtet. Außerhalb seiner Dienstzeiten betreibt das Amt sie mit Unterstützung des Kinder- und Jugendnotdienstes des Arbeiter-Samariter-Bundes in Rostock. Dann - abends, nachts und an Wochenenden - gehen die meisten Anrufe ein.

Seit der Schaltung der Hotline am 1. Februar 2008 sind dort 1329 Meldungen über mögliche Kindeswohlgefährdungen gemacht worden, so Lagus-Sprecherin Anja Neutzling. 2361 Kinder und Jugendliche waren von diesen Meldungen betroffen, 119 Anrufer meldeten sich wegen desselben Falls mehrfach. Die meisten betroffenen Mädchen und Jungen - 802- war zwischen 7 und 14 Jahre alt. 761 Meldungen betrafen kleine Kinder bis zum Alter von 3 Jahren.

23 Meldungen betrafen Kinder und Jugendliche außerhalb von Mecklenburg-Vorpommern. Sie seien - wie bei Kindern, die hier im Land zu Hause sind - an die für die jeweiligen Wohnorte zuständigen Landesjugendämter bzw. Jugendämter weitergeleitet worden. Nur einmal war eine Weiterleitung nicht möglich, so Anja Neutzling, weil keine Angaben zum Aufenthaltsort des Kindes gemacht wurden.

Die meisten Anrufer kamen aus dem persönlichen Umfeld der betroffenen Kinder. Allerdings blieb die Mehrheit anonym: 853 Anrufer machten zu ihrer eigenen Person keine Angaben. Positiv bewertet das Landesamt, dass zunehmend Eltern anrufen würden, die sich bei der Erziehung ihrer Kinder überfordert fühlten. So baten in 19 Fällen Eltern darum, ihre Kinder in Obhut zu nehmen. 28 Mal wollten Kinder und Jugendliche selbst aus ihren Familien genommen werden.

Am häufigsten wird die Hotline angerufen, weil Kinder vernachlässigt werden (617 Anrufe). Körperliche Misshandlung (243 Meldungen), Versagen der Eltern (176 Fälle) und häusliche Gewalt (130 Anrufe) lassen Beobachter ebenfalls oft zum Telefon greifen. Auch bei überforderten Eltern, Aufsichtspflichtverletzungen und Problemen mit Alkohol und Drogen wurde nicht weggeschaut. 34 Anrufer wiesen auf sexuellen Missbrauch hin.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen