Stabhochsprung in Schwerin : Supersprünge vor toller Kulisse

Hunderte Zuschauer verfolgen auf dem Markt die Sprünge der Wettkämpferinnen – hier einen von Martina Strutz.
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Hunderte Zuschauer verfolgen auf dem Markt die Sprünge der Wettkämpferinnen – hier einen von Martina Strutz. Fotos: dietmar Albrecht

Schwerin ist mit dem Stabhochsprung-Meeting auf dem Markt um eine Attraktion reicher. Trotzdem gewinnt die Kielerin Anjuli Knäsche vor Lokalmatadorin Martina Strutz

svz.de von
10. Juni 2018, 20:45 Uhr

Schwerin ist seit Sonnabend um eine Attraktion reicher. „Das Ambiente hier auf dem Markt ist absolut einmalig. Die Leute gehen toll mit und so macht natürlich auch der Wettkampf riesigen Spaß. Wenn ich darf, komme ich im nächsten Jahr sehr gern wieder. Von mir zu Hause ist es ja nur ein Katzensprung hierher“, zeigte sich Anjuli Knäsche begeistert. Da hatte die 24-Jährige vom TSV Kronshagen/Kiel gerade den Sieg beim 3. Internationalen Schweriner Stabhoch-Meeting davongetragen. Erstmals war der Markt der Landeshauptstadt Austragungsort und das gleich vor mehreren hundert begeisterten Zuschauern.

4,40 m brachte die Kielerin in die Wertung und profitierte davon, dass Lokalmatadorin Martina Strutz, die nach übersprungenen 4,30 m die 4,40 ausgelassen hatte, über 4,45 m nicht mehr drüberkam. „Die 4,40 auszulassen, war ein taktisches Meisterstück“, kommentierte Martina Strutz augenzwinkernd und ernst fügte die Vizeweltmeisterin von 2011 (seinerzeit mit 4,80 m) hinzu: „Ich dachte mir, wenn ich 4,40 kann, dann kann ich vielleicht auch 4,45 – und das ist ja die EM-Norm.“

Diese Höhe wiederum hatte Knäsche ausgelassen, da sie als bislang einzige Deutsche in diesem Jahr diese wichtige Marke schon gemeistert hat. 4,50 m waren dann allerdings auch zu viel für Anjuli, deren Hausrekord seit zwei Jahren bei 4,55 m steht.

Dritte der Konkurrenz wurde die Leverkusenerin Silke Spiegelburg. Dass die erzielten 4,20 m von ihrem deutschen Rekord (4,82 m ) Lichtjahre entfernt sind, focht sie aber nicht an. „Die Bedingungen waren perfekt, und der Wettkampf vor dieser historischen Kulisse ist traumhaft“, sagte die 32-Jährige. „Aber ich kann erstmals seit vier Jahren wieder aus vollem Anlauf springen. Jetzt brauche ich Sprünge, Sprünge, Sprünge. Und dann kommt auch die Höhe wieder.“

Auch Silke Spiegelburg will wiederkommen, „im September mit meinem Mann zu Besuch bei den Strutzens, aber auch 2019 zum 4. Meeting.“

Erfreut über den Anklang waren die Organisatoren vom Leichtathletik-Förderverein um Bernd Halm, André Damme, Heike und Beate Balck sowie Eric Millrath – um nur einige zu nennen. „Die haben eine tolle Veranstaltung auf die Beine gestellt“, befand Ex-Bundestrainer Jochen Wetter, den es als Manager von Martina Strutz und den Skandinavierinnen Malin Dahlström (Swe) und Line Renée Jensen (DK) nach Schwerin zog. Und der 69-Jährige hatte noch einen Rat: „Wenn man das Meeting noch um einen Nachwuchs-Wettkampf am Vormittag erweitert, würde sich der aufwendige Aufbau sicherlich noch mehr lohnen.“

Bis kurz vor Mitternacht hatte das Aufbauteam am Freitag geackert, um eine Anlage hinzuzaubern, die internationalen (Rekord)-Ansprüchen genügt und dabei auf zehn Metern der Anlaufbahn maximal einen Zentimeter Gefälle aufweisen darf. Rund 40 Zentimeter Höhenunterschied waren dafür auf dem unebenen Markt-Untergrund auszugleichen. „Aber das lohnt sich unbedingt“, sagte der Leverkusener Marc Osenberg, der mit seiner mobilen Stabhoch-Anlage seit Jahren durch die (vor allem deutschen) Lande tourt. „Da wir die Leute immer weniger in die Stadien bekommen, müssen wir in die Städte. Und welches Potenzial Schwerin mit diesem einmaligen Ambiente dafür hat, das war heute eindrucksvoll zu erleben.“

Das findet auch Cheforganisator Bernd Halm: „Es ist ja wirklich ein riesiger Aufwand. Aber er lohnt sich. Und im nächsten Jahr fangen wir ja nicht wieder bei null an.“

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