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Mecklenburg-Vorpommern

23. November 2017 | 08:53 Uhr

Lesertelefon : Suizid verhindern

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Telefonaktion am kommenden Dienstag: Experten bieten Hilfe an

von
erstellt am 04.Sep.2016 | 09:00 Uhr

Jedes Jahr sterben in Deutschland ungefähr 10 000 Menschen durch Suizid, das sind mehr Menschen als durch Verkehrsunfälle, Gewalttaten und illegale Drogen ums Leben kommen. Weit mehr als 100 000 Menschen erleiden jedes Jahr den Verlust eines nahe stehenden Menschen durch Suizid. Um die Öffentlichkeit auf die weitgehend verdrängte Problematik aufmerksam zu machen, wird am 10. September der Welttag der Suizidprävention begangen.

Oft wird das schwierige Thema aus Unsicherheit, Angst und Scham nicht angesprochen. Gedanken wie „Ich kann nicht mehr! Ich schaff das nicht mehr! Das hat doch alles keinen Sinn! Ich bin doch nur eine Belastung für meine Umwelt!“ kennen jedoch viele Menschen. In solchen Situationen ist es wichtig, mit einem anderen Menschen zu sprechen, nach neuen Gedanken und Wegen zu suchen. Hierauf will der Welttag zur Suizidprävention aufmerksam machen.

Dieser Tag ist auch ein Tag der Trauer und des Gedenkens an die durch Suizid Verstorbenen. Selbsttötungen provozieren bei den Hinterbliebenen die unterschiedlichsten Reaktionen, wie Experten wissen. Diese reichen von unstillbarem Schmerz über apathisches Abschotten, Schuldzuschreibungen und Anklagen bis hin zum Leugnen des Vorgefallenen. Der Suizid eines nahen Angehörigen hinterlässt Fragen, die schwer oder gar nicht zu beantworten sind. In solchen Situationen braucht man jemanden zum Reden, sonst hält man es nicht aus.

Generell ist es in schwierigen Situationen wichtig, jemanden zu finden, der bereit ist, ohne Schuldzuweisung zuzuhören und zum Leben zu ermutigen. Das erfordert ein offenes Ohr und ein bereites Herz für die seelische Not eines anderen. Auch das rückt am Welttag in den Fokus.

In diesem Jahr wird der Schwerpunkt auf dem Thema Suizidalität bei Kindern und Jugendlichen liegen.

Folgende Fragen könnten zum Beispiel aufkommen: Stimmt es, dass Jugendliche in der Pubertät besonders gefährdet sind? Kann man davon ausgehen, dass jemand, der über Suizid redet, es nicht wirklich tut? Kann man jemanden durch Nachfragen auf den Gedanken zum Suizid bringen und ist man dann schuld? Wird jemand, der schon einen Suizidversuch hinter sich hat, es immer wieder versuchen? Geschieht Suizid ohne Vorzeichen oder senden Mensch vorher immer Signale? Sind solche Absichten vererbbar?

Weitere Fragen könnten sein: Wie kann ich Signale rechtzeitig erkennen? Was kann ich tun, wenn mir jemand von seinen Suizidabsichten erzählt? Kann ich dann etwas falsch machen? Wann sind welche Hilfen sinnvoll? Muss es immer gleich die Klinik sein? Habe ich Schuld am Tod eines Menschen? Hätte ich es verhindern können? Wie soll es nun weiter gehen? Wie kann man Hinterbliebenen nach Suizid helfen? An wen kann ich mich wenden – für mich selbst und für andere?

Diese und andere Fragen rund um das Thema beantworten am kommenden Dienstag, 6. September, von 10 bis 12 Uhr, folgende Experten an unseren Lesertelefonen:

• Renate Kubbutat, Nervenärztin im Sozialpsychiatrischen Dienst am Fachdienst Gesundheit Schwerin, unter 0385 / 6378 8007,

• Uta Krause, Leiterin der Ökumenischen Telefonseelsorge Schwerin, unter 0385 / 6378 8008 und

• Dr. Christian Haase, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugend-Psychiatrie in der Carl-Friedrich-Flemming-Klinik, Helios Kliniken Schwerin, unter 0385 / 6378 8009.

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