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Lange experimentiert : Süßer Kuchen aus Sternberg

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Lange experimentiert: Junge Köche haben ein süßes, mundgerechtes Abbild des typischen Gesteins kreiert

svz.de von
erstellt am 12.Apr.2014 | 16:00 Uhr

Wenn Besucher vom Sternberger Kuchen hören, läuft den meisten das Wasser im Mund zusammen. Umso mehr sind sie verwundert, manche gar enttäuscht, dass sie das vermeintliche Gebäck nicht zum Kaffee essen können.

Bürgermeister Jochen Quandt fällt gleich eine Episode aus dem Jahr 1990 ein. Es war sein erster Besuch in der Partnerstadt Lütjenburg. Am Ende überreichte er zur Erinnerung einen Sternberger Kuchen, hübsch verpackt, warnte aber gleich, dass der nicht zum Essen sei. Das konnten die Gastgeber nun gar nicht verstehen.


Immer wieder andere Rezepturen ausprobiert


Künftig kann Besuchern von Sternberg, wenn sie nicht gerade als Paläontologen (Wissenschaftler, die sich mit Lebewesen vergangener Erdzeitalter befassen) oder Geologen kommen, eine derartige Enttäuschung erspart bleiben. Denn nach mehreren Experimenten hat jetzt das Küchenteam im Seehotel ein süßes, mundgerechtes Abbild des Gesteins hinbekommen. Es wird dort im Restaurant angeboten, demnächst auch in der Tourist-Info als unverwechselbares Mitbringsel aus Sternberg.

Auch der Bürgermeister hat schon Interesse bekundet – als Repräsentationsgeschenk, an dem sich die Beschenkten nicht die Zähne ausbeißen.

Rosemari Hassel, Mitarbeiterin im Sternberger Heimatmuseum, in dem der Sternberger Kuchen im Original zu sehen ist, erzählte, dass sie schon einige Bäcker darauf angesprochen hatte. Aber vielleicht sei das für sie zu kostspielig gewesen oder es fehlte bislang die zündende Idee. Eine Schwierigkeit sei, die Sedimentschichten so wie im Gestein darzustellen. Vor allem die Haltbarkeit war ein Problem, haben Seehotel-Küchenchef Tobias Schwarz und seine Kollegen Thomas Walter Krause und Mirko Ilgen festgestellt. Gerade wenn Urlauber das Gebäck mit nach Hause nehmen wollten, dürfe es nicht „zu soft“ sein, etwa durch Sahne oder Creme, aber im Gegenteil auch nicht hart werden wie das fossile Vorbild. Über ein halbes Jahr haben sie immer wieder
andere Rezepturen ausprobiert. „Der Prototyp lag dann ein halbes Jahr offen in der Küche und war noch essbar“, erzählt Krause schmunzelnd.

Das müsse auch das Minimum bei der Haltbarkeit sein, meint Hoteldirektor Dennis Homrighausen. Er ist begeistert von den jungen Köchen, die „auch mal um die Ecke denken und sich immer was überlegen“. Der Sternberger Kuchen aus der Küche des Hauses schmeckt ihm jedenfalls bestens.

Das Gebäck besteht aus vier Schichten: Unten geht es mit einem Keksteig los, darüber kommen eine Schokoladenmischung, ein Eiweißkeks und als Abschluss ganz oben eine „Sedimentschicht“ prall aus Nüssen, Körnern und Rosinen. Rezeptur und genaue Machart bleiben natürlich ein Geheimnis, fügt Thomas Walter Krause an. „Für Zuhause wäre das alles auch viel zu kompliziert.“

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