Regionalverkehr in MV : Südbahn: Busse erreichen mehr Fahrgäste

Kreise haben Ersatzfahrplan aufgestellt: Zwei-Stunden-Takt gesichert – Neuer Kostenstreit mit dem Land

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06. November 2014, 07:58 Uhr

Bus statt Bahn, an mehr Haltepunkten, in mehr Orten, behindertengerecht, mit Anschluss an die Bahn, aber mit längeren Fahrzeiten: Die Landkreise Ludwigslust-Parchim und Mecklenburgische Seenplatte haben sich mit einem Busersatzfahrplan auf das vom Land für Mitte Dezember angesetzte Ende der Südbahn zwischen Parchim und Malchow eingestellt. Nach einem Entwurf sollen künftig im Zwei-Stunden-Takt Busse von Parchim nach Plau sowie von Malchow nach Plau und umgekehrt fahren. Bis auf eine Frühverbindung hätten sich die Planer gegen durchgehende Verbindungen entschieden – entsprechend der Pendlerströme stattdessen für einen gebrochenen Verkehr, erklärte Gundolf Landsberg, Verkehrsexperte des Landkreises Ludwigslust-Parchim. Damit würden kurze Anschlusszeiten an die Bahn in Parchim und Malchow gesichert. Täglich sollen die Busse zu acht Fahrten in die jeweilige Richtung starten. Zwischen Parchim und Lübz würden zusätzlich Busse eingesetzt, zwischen Passow und Gallin Rufbusse. Auf den Strecken sollen Niederflurbusse verkehren, die einen behindertengerechten Nahverkehr und die Fahrradmitnahme sicherten.

Der neue Busfahrplan steht gegen die Kritik, mit dem Ende der Südbahn würde Region vom Nahverkehr abgekoppelt. Nach Angaben des Landkreises werde die Region mit dem Busangebot „wesentlich“ besser bedient. Rom, Lutheran, Klebe, Broock, fünf Haltestellen im bislang vom Bahnverkehr abgeschnittenen Plau – mit dem vom Land bezahlten Busverkehr würden deutlich mehr Einwohner und Orte erreicht als bisher. Vor allem Plau erhalte ein „Super-Angebot“, heißt es beim Kreis. Allerdings: zum Preis längerer Fahrzeiten für Reisende, die durchgängig von Parchim nach Malchow unterwegs sind. Abgesehen von der einen durchgehenden Busverbindung am Morgen, die mit 1 Stunde und 12 Minuten nur 14 Minuten länger dauern soll als die bisherige Bahnverbindung, entstünden durch den geteilten Verkehr in Plau für Durchfahrer Wartezeiten von 28 bzw. 40 Minuten. Zwischen Parchim und Plau seien die Busse hingegen 40 Minuten, zwischen Malchow und Plau 32 Minuten unterwegs.

Mit dem Fahrplanentwurf bereiteten sich die Landkreise unabhängig von einer noch ausstehenden Eilentscheidung des Verwaltungsgerichtes Schwerin zu einer Klage der Landkreise Ludwigslust-Parchim und Mecklenburgische Seenplatte gegen das Land auf den Ersatzverkehr vor, begründete Landsberg die Pläne – „damit die Reisenden im Fall der Fälle nicht im Schnee stehen müssen“. Die Kreise haben Klage eingereicht, um die Stilllegung zu verhindern. Die Entscheidung lässt indes noch auf sich warten. In dem Eilverfahren sei noch kein Beschluss erfolgt, sagte Gerichtssprecherin Sabine Tiemann, gestern. Einen Termin ließ sie offen.

Gestern sollten indes die letzten Details des neuen Fahrplans mit den beiden Busunternehmen Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim und Personenverkehr Müritz geklärt werden. Ende der Woche solle das Konzept stehen, so Landsberg. Allerdings: Noch streiten sich Land und Kreise um die Kosten. Das Land hat Vorbehalte gegen den Busfahrplan. Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) hatte vergangene Woche zugesagt, für den Busverkehr mit jährlich 700 000 Euro aufzukommen. Von den vorgesehenen 400 000 Fahrplan-Kilometern erkenne das Land 63 000 Kilometer nicht an, da nach dem bisherigen Plan angeblich Busse parallel verkehren würden, erklärte Landsberg. Allerdings handle es sich dabei um Busverbindungen, die bislang pa-rallel zur Bahn eingerichtet und vom Kreis bezahlt worden seien, nun aber aufgrund des neuen Busverkehrs wegfallen sollen.

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