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Modellprojekt : Suchttherapie für Strafgefangene

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Große Nachfrage bei Suchtberaterin in Neustrelitz. Auswertung des Modellprojekts im nächsten Jahr

Strafgefangene mit Suchtproblemen in Mecklenburg-Vorpommern können möglicherweise bald eine Therapie im Gefängnis bekommen.

Im neuen Jahr werde ein Bericht über den Erfolg eines Modellprojekts in der Jugendanstalt Neustrelitz erwartet, sagt Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU). Dort gibt es seit Anfang 2014 eine suchttherapeutische Station mit sieben Plätzen. In diesem Jahr seien dort 14 junge Gefangene von einer Verhaltenstherapeutin und einer Sozialpädagogin mit Zusatzausbildung zur Suchtberaterin betreut worden. Die Nachfrage sei größer gewesen. Sollte sich der Versuch als erfolgreich erweisen, könne die Suchttherapie eventuell auf die anderen Justizvollzugsanstalten im Land ausgeweitet werden. Dazu sei jedoch zusätzliches Personal nötig, so Ministerin Kuder mit Blick auf die im neuen Jahr beginnenden Haushaltsverhandlungen für den Zeitraum 2016/17.

Für die landesweit rund 1200 Gefangenen gibt es aktuell 800 Mitarbeiter im Justizvollzug. Schätzungsweise die Hälfte aller Insassen in den Gefängnissen des Landes hat ein Suchtproblem, wie die Ministerin sagt. Eine Vielzahl von Straftaten werde unter Alkohol- oder Drogeneinfluss begangen. „Die Sucht in den Griff zu bekommen, ist das A und O für die Betroffenen.“

Uta-Maria Kuder will sich im kommenden Jahr auch für eine Rentenversicherung für arbeitende Gefangene stark machen. „Bisher haben Gefangene nicht das Recht, in die Rentenkasse einzuzahlen“, sagt sie. Das sei ungerecht und auch nicht im Sinne des Resozialisierungsgedankens. Zu arbeiten und Rentenpunkte zu erwerben, sei wichtig für das Selbstwertgefühl Gefangener – und ein Beitrag zum Opferschutz.

Der Ministerin zufolge sind in Mecklenburg-Vorpommerns Haftanstalten etwa 50 Prozent der Insassen beschäftigt – mit Arbeit, Schule, beruflicher Bildung oder in ergotherapeutischen Werkstätten.

 

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