Fachkräfte werden knapp : Suchtberatung als Seminar im Internet

Mit einem neuen Projekt will die Lakost MV weiter informieren.
Mit einem neuen Projekt will die Lakost MV weiter informieren.

Berater gehen im Flächenland neue Wege

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17. Februar 2018, 16:00 Uhr

Smartphone, Apps und Cybermobbing sind neue Herausforderung für Eltern, Lehrer, Erzieher – und Suchtberater. Die Landeskoordinierungsstelle für Suchtthemen (Lakost) bietet deshalb jetzt zu Themen rund um die Mediennutzung auch Seminare über das Internet an. Künftig soll das Angebot an diesen Webinaren auf weitere Suchtthemen ausgeweitet werden, so Lakost-Geschäftsführer Rainer Siedelberg. „Da Mecklenburg-Vorpommern ein Flächenland ist und die Suchtprävention leider nicht so ausgestattet ist, dass wir in jeder Region zu jedem Thema über Fachleute verfügen, sind für manchen Elternabend oder Vortrag lange Fahrtwege notwendig“, begründet Siedelberg das. Gerade bei den Themen Medien- und Glücksspielsucht sei die Fachkompetenz überwiegend im westlichen Landesteil konzentriert, Beratungsbedarf gebe es aber auch im Landesosten. „Mithilfe von virtuellen Seminarräumen optimieren wir zeitliche Ressourcen, minimieren Reisekosten und können trotzdem in allen Regionen suchtpräventive Themen interaktiv bedienen“, so Siedelberg.

Bei einem Webinar oder Web-Seminar sehen die Teilnehmer den Referenten und die Präsentation auf ihren Bildschirmen. Ihre Fragen können sie in einem Live-Chat stellen und mit anderen Teilnehmern diskutieren.

Grundsätzlich könne in MV ein flächendeckendes Netz an Suchtberatungsstellen angeboten werden, erklärt der Lakost-Geschäftsführer. 25 Einrichtungen seien ganztägig zu erreichen, ihre Zahl seien trotz rückläufiger Bevölkerungszahl seit Jahren konstant geblieben. Weitere 44 Anlaufstellen im Land sind Siedelberg zufolge zumindest stundenweise geöffnet.

Auch aus Sicht des Gesundheitsministeriums ist das Netz der Sucht- und Drogenberatungsstellen in MV flächendeckend. Das Land fördere sie mit jährlich 1,7 Millionen Euro. Das sind allerdings nur ca. 40 Prozent des Budgets, so der Lakost-Chef. Der Rest müsse aus den Kommunen kommen, für die Suchtberatung Pflichtaufgabe sei. Doch deren Kassen sind klamm. Dazu kommt ein weiteres Problem: „Auch bei uns ist Fachkräftemangel im Anmarsch“, so Siedelberg. „Vor allem im pädagogischen und sozialpädagogischen Bereich fehlt es an Berufsnachwuchs.“

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