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Mecklenburg-Vorpommern

24. November 2017 | 05:05 Uhr

Stromkundin fühlt sich allein gelassen

vom

svz.de von
erstellt am 07.Aug.2012 | 09:41 Uhr

Rostock | Jutta Kolbow ist sauer. Vor zwei Wochen ist ihr der Strom abgedreht worden. "Und das, obwohl nur einem Zahlungsversäumnis von mir drei Verfehlungen der Stadtwerke gegenüberstehen", sagt die Evershägerin aufgebracht. Denn bei der Umstellung von Gas auf Strom habe das Unternehmen für Kolbows Wohnung in der Leo-Tolstoi-Straße eine zu niedrige Pauschale angesetzt. "Das war das erste Problem. Dadurch ist eine riesige Summe bei der Jahresabrechnung aufgelaufen." Als Hartz-IV-Empfängerin konnte sie die 375 Euro nicht von einem Tag auf den anderen aufbringen. Im Kundencenter habe sie daraufhin eine Ratenabzahlung vereinbart und dann neben ihrer Pauschale von 69 Euro jeden Monat 20 Euro abgestottert.

Dann kam die nächste Schwierigkeit: "In Juni bekam ich keinen Lohn für meinen Nebenjob. Da konnte ich nur noch die 20-Euro-Rate zahlen", sagt Kolbow. Die 69 Euro für die normale Pauschale seien nicht mehr drin gewesen. Daraufhin hätten ihr die Stadtwerke Mitte Juli die Ankündigung in den Briefkasten gesteckt, dass eine Woche später der Strom abgestellt wird. "Vorher gab es keine Mahnungen", sagt Kolbow. Und auch ein persönlicher Termin beim Vorstandsvorsitzenden Hans-Jörg Scheliga habe nichts bewirkt: Am folgenden Montag blieb der Strom weg. "Ich hätte von seiner Seite wenigstens ein Wort der Selbstkritik oder Entschuldigung erwartet. Stattdessen haben die Stadtwerke die Stromsperrung trotzdem durchgezogen", sagt Kolbow. Sie fordert nun die sofortige, kostenlose Aufhebung der Sperrung.

So einfach dürfte das allerdings nicht gehen. Denn bevor die Stadtwerke den Schalter wieder umlegen, müssen erst die Außenstände und die erneute Freischaltung bezahlt werden. Stadtwerke-Sprecher Thomas Schneider weist die Vorwürfe von Jutta Kolbow zurück. Er betont: "Eine Sperrung ohne vorherige Mahnungen gibt es bei uns grundsätzlich nicht. Das passiert ganz automatisch." Das Unternehmen habe regelmäßig mit Kunden zu tun, die - entweder aus Unordnung, Nachlässigkeit oder wegen finanzieller Probleme nicht zahlten. "Der Abschluss einer Ratenvereinbarung ist ein erstes Entgegenkommen unsererseits für Kunden, die in Zahlungsschwierigkeiten sind", so Schneider. Ist der Kunde danach trotzdem wieder säumig, laufe das Sperrverfahren automatisch an.

Schneider betont: "Grundsätzlich kann jeder zu uns ins Servicecenter kommen und mit uns reden." Die Stadtwerke-Mitarbeiter seien geschult und würden keinen mit einem größeren Problem als vorher wieder nach Hause schicken. Wichtig sei nur, dass die Kunden mit Schwierigkeiten kommen, bevor sie eine Rechnung nicht bezahlen - und nicht erst, wenn der Strom schon abgestellt wurde.

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