Unlauterer Wahlkampf in MV? : Stress im Plakatdschungel

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Die AfD unterstellt der SPD unlautere Methoden beim Plakatieren und setzt eine Fangprämie aus

svz.de von
09. August 2016, 21:00 Uhr

Der Ton im Wahlkampf wird rauer: Der Kreisverband der Alternative für Deutschland in Mecklenburg-Schwerin wirft der SPD rabiate und undemokratische Methoden beim Anbringen von Wahlplakaten vor.

Nach Beobachtungen des AfD-Kreischefs Thomas de Jesus Fernandes sei eine Vielzahl von an Laternen befestigten Plakaten seiner Partei beschädigt worden. Darunter habe immer ein SPD-Plakat gehangen. „Das ist schon auffällig“ , orakelt der AfD-Mann und holt die rhetorische Keule raus: Die SPD eröffne den „totalen Krieg um die Laternen“, vergreift sich der Politiker im Ton. Die AfD habe eine Fangprämie von 200 Euro für Hinweise auf Plakatbeschädigungen ausgesetzt.

Auslöser für die Vorwürfe ist ein Vorfall mit Polizeieinsatz in Plau am letzten Samstag. Beim Anbringen von Wahlwerbung an einem Laternenmast hatte ein von der SPD beauftragter Dienstleister ein Plakat der AfD beschädigt. Freiwillige Unterstützer der AfD fotografierten die Aktion und alarmierten die Ordnungshüter. Beim Hochschieben der Wahlwerbung sei das darüber angebrachte AfD-Plakat zerknittert worden, bestätigte Polizeisprecher Klaus Wiechmann. Nach Auffassung der Beamten lagen keine Anhaltspunkte für eine absichtliche Beschädigung vor. Bei der AfD bewertete man den Vorfall allerdings anders. Auf Verlangen der Partei habe die Polizei eine Strafanzeige wegen Sachbeschädigung aufgenommen, so Wiechmann.

Die SPD in MV wies die Vorwürfe als haltos zurück. Man lehne das Zerstören von Wahlwerbemitteln grundsätzlich ab. Das AfD-Plakat in Plau sei mangelhaft angebracht worden. Der Dienstleister habe es wieder hergerichtet. Die Fangprämie sei „Aufstachelung zur Selbstjustiz“, so ein SPD-Sprecher.

In Rostock und Schwerin gibt es zudem Anzeigen gegen NPD-Plakate wegen Volksverhetzung.

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