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Mecklenburg-Vorpommern

23. November 2017 | 21:39 Uhr

Malte zu Putbus : Streit um „Überzieher“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Geldnot: Nur Plane soll Standfigur des Malte zu Putbus vor Witterung schützen

Im Gegensatz zu früheren Jahren muss die historische Standfigur des Fürsten Malte zu Putbus auf der Insel Rügen in diesem Winter ohne Witterungsschutz auskommen. Die Umhausung, mit der die von Bildhauer Friedrich Drake (1805-1882) geschaffene Marmorfigur des Putbuser Stadtgründers in den vergangenen Jahren im Winter gesichert wurde, sei kaputt. Für eine Reparatur oder eine Neuanschaffung fehle das Geld, sagte der Bürgermeister der Stadt Putbus, Harald Burwitz. Die Kosten dafür beliefen sich auf 4000 bis 5000 Euro.

Das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege hingegen sieht Handlungsbedarf. „Wenn ein Frosteinbruch kommt, haben wir das Dilemma“, sagte Denkmalpflegerin Elke Kuhnert. Das Denkmal wurde 1859 vom Berliner Bildhauer Friedrich Drake geschaffen. Sein wohl bekanntestes Werk ist die „Viktoria“ auf der Berliner Siegessäule, im Volksmund auch „Goldelse“ genannt.

Bis Wochenanfang war das Putbuser Standbild mit einer Plane gesichert gewesen. Nach Protest aus Restauratorenkreisen wurde sie abgenommen. „Die Plane hat erhebliche Schäden an der Standfigur verursacht“, sagte Restaurator Carlo Wloch. Es sei zu Abplatzungen und Abreibungen an der Figur gekommen. Zudem habe sich Kondenswasser unter der Plane gebildet, das durch Haarrisse in die Figur eindringen und zu Frostsprengungen führen könne.

Die Denkmalbehörden sind sich offenbar uneins, wie weiter verfahren werden soll. Während das Landesdenkmalamt auf einen Holzumbau drängt, sieht die Denkmalschutzbehörde des Landkreises Vorpommern-Rügen kein Problem darin, wenn die Statue in diesem Winter unverhüllt bleibt. „Aus unserer Sicht wird sie einen Winter verkraften können“, sagte der Chef der Kreisdenkmalbehörde Markus Sommer-Scheffler.

 

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