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Mecklenburg-Vorpommern

23. September 2017 | 07:48 Uhr

Bildung : Streit um Schwimmunterricht

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nur jeder zweite Grundschüler in MV kann richtig schwimmen. Die CDU will beim Unterricht nachbessern, doch die SPD ziert sich.

von
erstellt am 11.Jul.2017 | 05:00 Uhr

Koalitionskrach zwischen SPD und CDU um den Schwimmunterricht in Mecklenburg-Vorpommern. Die Unionsfraktion im Schweriner Landtag wollte die Landesregierung auf der Plenarsitzung in dieser Woche mit einem Antrag auffordern, sich um eine Verbesserung der Schwimmausbildung an den Schulen zu kümmern. Doch die Sozialdemokraten lehnten ab, wie CDU-Fraktionsvorsitzender Vincent Kokert gestern bestätigte. „Immer mehr Kinder können nicht richtig schwimmen, wir sehen darin ein großes Problem“, begründete Kokert den ursprünglichen Antrag.

Laut Deutscher Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) kann nicht einmal die Hälfte der Grundschüler in Deutschland richtig schwimmen. Nur 40 Prozent der sechs- bis zehnjährigen Schüler würde ein Jugendschwimmabzeichen besitzen. 70 Prozent hätten zwar ein Seepferdchen-Abzeichen. Das reicht nach Ansicht der DLRG aber nicht aus, um sicher zu schwimmen. In Mecklenburg-Vorpommern sieht es nicht anders aus, sagte ein Sprecher des DLRG-Landesverbandes. Viele Eltern würden sich auf den Schwimmunterricht in der Schule verlassen. Doch weil es wenig Schwimmhallen im Land gibt, bedeutet dies für Schulen häufig weite Wege, was zu Problemen führt. Zudem fehlt in Grundschulen das Personal für die Schwimmausbildung.

Die CDU hatte in dem abgelehnten Antrag vorgeschlagen, bereits im Vorschulalter mit der Schwimmausbildung zu beginnen. Die Landesregierung sollte auch prüfen, ob Schwimmen zum Pflichtunterricht an allen Schulen erhoben werden sollte und wie die Situation der Schwimmstätten verbessert werden kann.

Die SPD habe den Antrag lapidar mit den Worten „kein Bedarf“ abgelehnt, hieß es. Zuständig ist das von SPD-Ministerin Birgit Hesse geführte Bildungsressort. Da beide Regierungsparteien aber vereinbart haben, nur gemeinsam abgestimmte Anträge in den Landtag einzubringen, bleibt es am kommenden Donnerstag bei einer unverbindlichen Aussprache im Parlament.

Thomas Volgmann

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