Arbeit in MV : Streit um Referendars-Stellen

„Es muss Schluss damit sein, dass Lehramtsanwärter und Referendare aus Kostengründen die Tätigkeit einer voll ausgebildeten Fachkraft übernehmen müssen“, findet Simone Oldenburg, Landtagsabgeordnete die Linke.
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„Es muss Schluss damit sein, dass Lehramtsanwärter und Referendare aus Kostengründen die Tätigkeit einer voll ausgebildeten Fachkraft übernehmen müssen“, findet Simone Oldenburg, Landtagsabgeordnete die Linke.

Linke widerspricht Bildungsminister, der „gute Chancen“ auf Anstellung in MV sieht

svz.de von
27. März 2016, 09:00 Uhr

Lehramtsstudenten können sich bis zum 15. April um insgesamt 413 freie Stellen für Referendarinnen und Referendare im Schuldienst des Landes Mecklenburg-Vorpommern bewerben, die zum 1. August 2016 zu besetzen sind. Die Bewerbungsbedingungen sind unter www.lehrer-in-mv.de zu finden , wie das Bildungsministerium am Donnerstag mitteilte.

Neben dem „regulären“ 18-monatigen Referendariat für ein Lehramt wird, wie bereits in den Vorjahren, auch eine 24 Monate dauernde Doppelqualifikation angeboten. Referendare für das Lehramt an Regionalen Schulen erwerben dabei laut Ministerium neben dem Zweiten Staatsexamen die Unterrichtserlaubnis für die Tätigkeit an Grundschulen. Referendare für das Lehramt an Gymnasien erwerben neben dem Zweiten Staatsexamen eine Unterrichtserlaubnis für die Tätigkeit an Grund- oder Regionalen Schulen. Wie Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) erklärte, hätten die künftigen Lehrkräfte im Referndariat die Möglichkeit, die Schulen kennenzulernen, an denen sie später vielleicht arbeiten werden. „Angehende Lehrerinnen und Lehrer haben nach Abschluss des Vorbereitungsdienstes sehr gute Chancen auf eine Stelle im Schuldienst in Mecklenburg-Vorpommern“, betonte der Minister.

Doch damit provozierte er prompt den Widerspruch der oppositionellen Bildungsexpertin Simone Oldenburg. Die Erfahrung der vergangenen Jahre zeige, dass bei jedem Einstellungstermin für Referendare und Lehramtsanwärter mehr als die Hälfte der angebotenen Stellen unbesetzt blieben, Ausnahmen bildeten lediglich die Gymnasien, so die Linken-Politikerin. „Anstatt diese Stellen immer wieder aufs Neue wie Sauerbier anzupreisen, muss Bildungsminister Mathias Brodkorb die Ausbildung der künftigen Lehrkräfte grundsätzlich ändern“ fordert sie. Nur so könnten dauerhaft Lehrerinnen und Lehrer ausgebildet und gehalten werden. Derzeit fehle es an ausreichender Begleitung der angehenden Lehrkräfte durch Mentoren. Weil diesen gerade einmal eine Wochenstunde zur Betreuung ihre Schützlinge zugebilligt würden, müssten die Referendare den gesamten Unterricht eigenverantwortlich gestalten. Das sei verantwortungslos. „Es muss Schluss damit sein, dass Lehramtsanwärter und Referendare aus Kostengründen die Tätigkeit einer voll ausgebildeten Fachkraft übernehmen müssen“, so Oldenburg. Die Linke fordere, den eigenverantwortlichen Unterricht von Referendaren auf fünf Wochenstunden zu reduzieren und ihre Unterstützung durch Mentoren auf mindestens drei Wochenstunden zu erweitern. „Das Land braucht Lehrkräfte. Diese sind nicht allein durch Werbeaktionen zu gewinnen. Auch die Bedingungen müssen stimmen“, so Oldenburg.

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