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Verabschiedung des AOK-Vorsitzenden verschiebt sich : Streit um Pflegevergütung wird fortgesetzt

vom

Der 31. Juli war für den Vorstandsvorsitzenden der Landes-AOK, Friedrich Wilhelm Bluschke, der letzte Arbeitstag. Am Mittwoch sollte das Vorstandsmitglied der AOK Nordost offiziell in den Ruhestand verabschiedet werden.

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erstellt am 07.Aug.2012 | 08:18 Uhr

Schwerin | Verschiebung statt Verabschiedung: Der 31. Juli war für den langjährigen Vorstandsvorsitzenden der Landes-AOK, Friedrich Wilhelm Bluschke (67), der letzte Arbeitstag. Heute sollte das Vorstandsmitglied der AOK Nordost offiziell und feierlich in den Ruhestand verabschiedet werden. Doch daraus wird vorerst nichts.

Der Verwaltungsrat der Dreiländerkasse bat alle Geladenen um Verständnis dafür, dass die Veranstaltung verschoben werden muss. Hintergrund sei "die aktuelle Situation um den Schiedsspruch zur Vergütung der häuslichen Krankenpflege in Mecklenburg-Vorpommern". Obwohl in einem Sondierungsgespräch am 31. Juli, einen Tag vor Inkrafttreten der neuen Vergütungsregelungen, der Wille geäußert worden sei, kurzfristig eine Einigung zu finden, sei eine Fortsetzung der öffentlichen Demonstrationen geplant, so die AOK Nordost. Eine dieser Demonstrationen sei am 8. August nicht nur parallel zur geplanten Verabschiedung Bluschkes, sondern auch noch am selben Ort vorgesehen. "Daher haben wir uns entschieden, die Verabschiedung auf einen anderen Termin zu verlegen.

Sven Wolfgram, Landesgeschäftsführer des Verbandes der privaten Anbieter sozialer Dienste (bpa), bedauert dies. Mit Bluschke habe es aus Sicht der Pflegeeinrichtungen stets eine engagierte, aber immer partnerschaftliche Zusammenarbeit gegeben. Bluschke sei ein Verhandlungspartner gewesen, der die Interessen der AOK im Auge hatte, aber dennoch für Vertrauen, Zuverlässigkeit und Fairness stand. "Mit ihm hatten wir einen Partner, der die Arbeit der Pflegeeinrichtungen und Dienste zu schätzen wusste", so Wolfgram. Dank seiner vermittelnden Art sei es in den letzten 22 Jahren in Mecklenburg-Vorpommern gelungen, einige Klippen zu umschiffen.

Ob das in der aktuellen Auseinandersetzung auch gelingt, sei noch völlig offen. Die bisherigen Zugeständnisse seitens der Kassen würden jedenfalls bei den Pflegeanbietern nicht zu spürbaren wirtschaftlichen Effekten führen. Deshalb, so Wolfgram, würden sie auch ihre Proteste fortsetzen. "Die Demonstrationen organisieren aber nicht wir als Dachverband, die Initiative geht von den Mitgliedern vor Ort aus", betot er.

Die Kassen - neben der AOK Nordost auch die IKK Nord, die Knappschaft und die Landwirtschaftliche Krankenkasse Mittel- und Ostdeutschland - haben angeboten, einen Fachkräftebonus zu bezahlen, wenn einfache Pflegeleistungen wie Medikamentengabe, Blutdruckmessen oder das Wickeln von Verbänden nicht von Hilfskräften erbracht werden. Weiter strittig ist aber zum Beispiel, wie Wegekosten vergütet werden sollen. Aus Sicht der Kassen ist vorstellbar, künftig bei Touren in Städten oder auf dem Land unterschiedliche Beträge zu bezahlen. Außerdem wird da ran gedacht, eine Leitstelle aufzubauen, die koordiniert, dass der jeweils nächstgelegene Dienst die Betreuung eines Pflegebedürftigen übernimmt - das würde Wege und die damit einhergehenden Kosten reduzieren.

"Zu diesen und weiteren Vorschlägen gibt es aber noch viel Diskussionsbedarf", so Wolfgram. Der bpa würde deshalb jedes neue Verhandlungsangebot seitens der Kassen annehmen. Einer der angebotenen Termine ist identisch mit dem heute für Bluschkes Verabschiedung vorgesehenen. Womöglich ein positives Zeichen.

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