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Mecklenburg-Vorpommern

24. November 2017 | 10:37 Uhr

Wismar : Streit um Kaufmannskette entschieden

vom

Der Streit um Wismars Papagoyen-Kette, das letzte Andenken an die mittelalterliche Kaufmannsgilde, ist vorerst entschieden. Ein Gericht wies gestern eine Klage der Stadt auf Herausgabe des 400 Jahre alten Kunstwerks ab.

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erstellt am 22.Feb.2013 | 08:59 Uhr

Berlin/Wismar | Der Streit um Wismars Papagoyen-Kette, das letzte Andenken an die mittelalterliche Kaufmannsgilde, ist vorerst entschieden. Das Landgericht Berlin wies gestern eine Klage der Stadt Wismar ab, wie Gerichtssprecher Ulrich Wimmer sagte. Die Stadt hatte die Berlinerin Borghild Niemann, Tochter eines verstorbenen Mitglieds der früheren Kaufmanns-Compagnie, auf Herausgabe der 400 Jahre alten hanseatischen Gilde-Kette verklagt. Die Compagnie sei 1945 aufgelöst worden und ihr Vermögen in Volkseigentum übergegangen. Damit gehöre die Kette der Hansestadt, begründete Stadtsprecher Frank Junge im Vorfeld.

1965 hatten das frühere Gilde-Mitglied Robert Häußler und Tochter Borghild den Schmuck in den Westen gebracht und so gerettet. 2008 schenkte Häußler als letztes Mitglied der früheren Kaufmanns-Compagnie die Kette dem Verein Wismarer Wirtschaftsgemeinschaft, der jetzigen Kaufleute-Vereinigung. Nach Häußlers Tod 2009 gab die Wirtschaftsgemeinschaft den Schmuck an Borghild Niemann zurück. Der Streit mit der Stadt eskalierte.

Die mit der Kette beschenkte Wirtschaftsgemeinschaft sei nicht die legitime Rechtsnachfolgerin der aufgelösten Kaufmanns-Compagnie, also dürfe weder sie noch eine Privatperson sich die Kette einverleiben, argumentierte Stadtsprecher Junge. Dem widersprach Niemanns Rechtsanwalt Ulf Bischof. Einig sei sich seine Mandantin mit der Klägerseite aber darin, dass die Kette nach Wismar zurück solle. "Die Kette gehört zur Kaufmannstradition, nicht aber zum Besitztum der Hansestadt", betonte der Anwalt.

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