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Mecklenburg-Vorpommern

17. Dezember 2017 | 03:27 Uhr

Streit um Bischof Abromeit

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erstellt am 03.Jan.2012 | 07:26 Uhr

Greifswald | In der Pommerschen Evangelischen Kirche brodelt es. Kurz bevor am Samstag die Fusion der Landeskirchen Mecklenburgs, Pommerns und Nordelbiens zur 2,3 Millionen Gemeindeglieder in drei Bundesländern zählenden "Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland" endgültig beschlossen werden soll, gibt es weiter Streit um Bischof Hans-Jürgen Abromeit. Denn der Pommersche Bischof ist nur bis 2013 gewählt.

Bislang sehen die Planungen für die neue Kirche vor, Abromeit zusammen mit den drei anderen Bischöfen durch einen Beschluss der aus den 266 Kirchenparlamentariern der drei Landeskirchen zusammengesetzten, vom 5. bis 8. Januar in Warnemünde tagenden "Verfassunggebenden Synode" in die neue Nordkirche zu überführen - und seine Amtszeit dabei analog zur Amtszeit des mecklenburgischen Bischofs Andreas von Maltzahn bis 2018 zu verlängern. In Pommern stößt das auf Widerspruch: Als Hans-Jürgen Abromeit im November der Pommerschen Landessynode eine "geistliche Vertrauensfrage" stellte, erhielt er nur die einfache Mehrheit der Stimmen der Synode.

Für eine Bischofswahl wäre eine Zwei-Drittel-Mehrheit nötig gewesen. Dass der Pommersche Bischofswahlausschuss nun trotzdem eine Verlängerung der Amtszeit beschlossen hat, stößt auf: "Wir wollen ein synodal geordnetes Verfahren", sagt der Synodale Michael Mahlburg, Pfarrer an der Greifswalder Jakobikirche.

Weswegen der Streit um Abromeit nun die eigentlich vor einem erfolgreichen Abschluss stehenden Fusionsverhandlungen überschattet: Am Rande der Tagung der aus den drei Landessynoden zusammengesetzten Verfassunggebenden Synode könnte es eine eigene Tagung der Pommern zu diesem Thema geben, deutet der Sprecher der Pommerschen Kirche, Rainer Neumann an. Ob das Auswirkungen auf die Abstimmung über die Nordkirche hat? "Ich mache keinen Hehl daraus, kein Freund der Nordkirche zu sein", sagt Mahlburg. "Aber die Verlängerung der Amtszeit des Bischofs und die Kirchenfusion sind erst einmal zwei getrennte Fragen."

Der Pasewalker Superintendent Andreas Haerter hält die Lage in Pommern im Moment für "unkalkulierbar". "Aber mir liegt etwas an der Nordkirche, und mir liegt auch etwas daran, dass unser Bischof bis 2018 weitermacht", sagt Haer ter. Denn in der neuen Kirche, die die fünftgrößte Landeskirche in der EKD wäre, sollten die Bischöfe auf gleicher Augenhöhe stehen - und das ginge nur, wenn alle auch die gleiche Überleitungszeit haben.

Damit die Kirchenfusion zustande kommt, braucht es am Samstag in allen drei Landessynoden und der verfassungsgebenden Synode jeweils eine Zwei-Drittel-Mehrheit. Mecklenburgs Landesbischof Andreas von Maltzahn zeigte sich gestern zuversichtlich, dass "wir die Mehrheiten haben."

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