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Mecklenburg-Vorpommern

22. November 2017 | 13:43 Uhr

Streikwelle erreicht Nordwest-Kreis

vom

svz.de von
erstellt am 03.Mär.2011 | 08:14 Uhr

Gadebusch/Wismar | Über einen Tag schulfrei konnten sich gestern viele Schüler im Landkreis Nordwestmecklenburg und Wismar freuen. Denn ihre Lehrer haben gestreikt. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hatte sie aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen. Deshalb fiel beispielsweise in der Regionalen Schule Neuburg der Unterricht aus. Hier trat fast das gesamte Kollegium in den Ausstand. "Bis auf zwei Kollegen und die Schulleitung streiken alle", sagte Schulleiter Eckhard Schröter. 312 Schüler besuchen täglich die Einrichtung. Gestern waren es 22 Kinder. "Sie werden beaufsichtigt", sagt Schröter. Statt Vokabeln büffeln und Formeln berechnen standen Sport und Basteln im Werkunterricht auf dem Stundenplan. "Wir machen etwas, was den Kindern Spaß macht", sagte der Schulleiter.

Auch in der Integrierten Gesamtschule "Johann Wolfgang von Goethe" in Wismar blieben die Klassenzimmer gestern leer. Nur sieben Schüler wurden von ihren Eltern gebracht, denn auch hier waren fast alle Lehrer im Streik. "Wir haben einen Notdienst eingerichtet", sagte Schulleiterin Anka-Sybille Obermeier. Bis der Unterricht planmäßig zu Ende gehen würde, werden die Schüler betreut. Von den Eltern habe es zum großen Teil Verständnis für den Ausstand gegeben, sagt sie.

In der Grundschule "Fritz Reuter" in Grevesmühlen folgten zwei Lehrer dem Aufruf. Zu Unterrichtsausfall kam es deshalb nicht. Gestreikt wurde nach Angaben der Gewerkschaft auch an der Förderschule "Pestalozzi" in Gadebusch. In der nächsten Woche wollen auch Lehrer der Regionalen Schule "Heinrich Heine" Gadebusch und der Grundschule Am Ploggensee in Grevesmühlen die Arbeit niederlegen.

Mit der gestrigen Aktion zeigte sich Daniel Taprogge von der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft zufrieden. "Es war zu spüren, dass wir im Streik sind", sagt er. Am Dienstag, 8. März hat die GEW zu einem landesweiten Streik in Schwerin aufgerufen. Dann rechne er mit einer höheren Beteiligung. Die Gewerkschaft fordert, dass die Bezahlung der Lehrer entsprechend ihrer Ausbildung erfolgt. Diese Eingruppierung wollen sie in einem Tarifvertrag festschreiben. Seit März 2009 wird nach Gewerkschaftsangaben darüber bereits diskutiert. Zusätzlich wird auch über eine Lohnerhöhung von drei Prozent verhandelt.


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