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Tarifverhandlungen gescheitert : Streik bei Usedomer Bäderbahn

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Die Tarifverhandlung zwischen der Usedomer Bäderbahn und der Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL) sind vorerst gescheitert. Die Zeichen stehen nun auf Streik verkündet der Vorsitzende der GDL-Nord.

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erstellt am 23.Jan.2013 | 11:33 Uhr

Neubrandenburg | Die Tarifverhandlung zwischen der Usedomer Bäderbahn und der Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL) sind vorerst gescheitert. Die Zeichen stehen nun auf Streik. "Wir sind Kampfbereit und die Streik-Vorbereitungen laufen", sagt Lutz Schreiber, Vorsitzender GDL-Nord. Knapp sieben Monate habe man erfolglos verhandelt, jetzt sei Schluss. Hintergrund des Streits: Die UBB-Lokführer fordern dieselben Arbeitsbedingungen und dasselbe Geld wie ihre Kollegen von der Bahn. Ein Lokführer verdient mit 25 Jahren Berufserfahrung und 39-Stunden-Woche bei der Deutschen Bahn rund 2800 Euro brutto pro Monat. Die UBB zahlt 41 Prozent weniger, also monatlich 1680 Euro, bei einer Stunde mehr Arbeit, erklärt Gerda Seibert, Sprecherin der GDL. Solch eine Lohndifferenz sei durch nichts mehr zu rechtfertigen. Pikant: Die Heringsdorfer UBB ist eine 100-prozentige Tochter der DB.

Die Verhandlungen verliefen von Beginn an sehr schwierig, so die Gewerkschaft. Zwar gab es verschiedene Angebote an die GDL, doch entweder waren diese mit der DB nicht abgestimmt oder sie zielten lediglich darauf ab, die Gewerkschaft weiter hinzuhalten. Nun verweigert die UBB aber jede weitere Verhandlung, so Schreiber. Man halte die Mitarbeiter seit Jahren hin. In der UBB war gestern niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Ein Bahnsprecher schob den Schwarzen Peter an die Lokführergewerkschaft: "Die GDL hat die Verhandlungen vergangene Woche vorerst für gescheitert erklärt, das war aus unserer Sicht überflüssig. Wir gehen davon aus, dass wir bald wieder ins Gespräch kommen werden und Streikdrohungen unsinnig wären. Wir sind jedenfalls verhandlungsbereit." Schreiber dagegen sieht die Maßnahme als unausweichlich, außer es kommt ein konkretes Angebot von der UBB.

Betroffen sind 30 Lokomotivführer. Insgesamt hat die Usedomer Bäderbahn 170 Beschäftigte. Zum Vergleich: Ein Busfahrer in MV verdient laut Tarifvertrag (TV-N) mit 25 Jahren Berufserfahrung 2277,91 Euro, erklärt Bernd Gembus von Verdi Neubrandenburg. Die Viertorestadt habe zwar einen Haustarifvertrag, aber der weiche nicht sehr stark nach unten ab. In Waren, Demmin und Rostock zahlt man hingegen im Nahverkehr Tariflohn. Schwerin liegt sogar mit seinem Haustarifvertrag über dem gültigen Lohnsatz.

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