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Mecklenburg-Vorpommern

20. November 2017 | 01:37 Uhr

Strategie fehlt

vom

svz.de von
erstellt am 15.Nov.2007 | 10:59 Uhr

Der Marschbefehl ist gegeben, das Mandat der Bundeswehrtruppen im Anti-Terrorkampf verlängert. Die deutsche Beteiligung an der "Operation Enduring Freedom" wurde gestern vom Bundestag bestätigt - mit breiter Mehrheit. Absehbar war das vor wenigen Wochen noch nicht. Von den Einsätzen im Zusammenhang mit dem Afghanistan-Engagement ist das OEF-Mandat das umstrittenste, auch wenn zuletzt stets darauf hingewiesen wurde, dass in der Praxis deutsche Soldaten lange nicht angefordert wurden.
Das OEF-Engagement wird zudem als Steigerung der Gefahren für die übrigen Soldaten betrachtet: Die ISAF-Schutztruppen, die im Gegensatz zur OEF mit einem UN-Mandat ausgestattet sind und für Schutz und Aufbau in dem lange von der Taliban-Diktatur gepeinigten Land sorgen sollen, allerdings teils ebenfalls im Kampf aktiv sind. Andererseits gilt, dass der Aufbau ziviler Strukturen erst recht gefährdet ist, wenn der aktive Kampf gegen den Terrorismus nicht geführt wird. So ist dem Westen und den UN vor allem vorzuwerfen, dass eine überzeugende Strategie fehlt, mit der das Land befriedet werden kann. Neben die unzweifelhaft notwendige militärische Komponente muss eine verstärkte
Ausbildung einheimischer Polizisten treten sowie eine Erhöhung der Mittel für den zivilen Aufbau. Mehr Hilfe zur Selbsthilfe - nur so gewinnt der Westen mehr Glaubwürdigkeit.

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