Straßen sind sicherer

Noch nie waren die Straßen in Mecklenburg-Vorpommern seit der Wende so sicher. Zwar starben im vergangenen Jahr 132 Menschen bei Verkehrsunfällen - vor fünf Jahren waren es allerdings mehr als doppelt so viele.

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22. April 2009, 08:17 Uhr

Schwerin | Jahrelang hatte Mecklenburg-Vorpommern das gefährlichste Straßenpflaster aller Bundesländer. Nirgendwo in Deutschland starben bis 2008 auf die Bevölkerungszahl gerechnet mehr Menschen bei Verkehrsunfällen als im Nordosten. Einer der Hauptgründe: Unangepasste Geschwindigkeit in den vielen Baumalleen des Landes.

Inzwischen hat sich die Verkehrssicherheit auch im Vergleich zu anderen Bundesländern deutlich verbessert. Nach der aktuellen Verkehrsunfallstatistik für 2008, die Innnenminister Lorenz Caffier (CDU) gestern vorstellte, verloren zwischen Boizenburg und Ueckermünde 79 Menschen auf eine Million Einwohner gerechnet ihr Leben. Zum Vergleich: In Sachsen-Anhalt waren 92 Todesopfer auf eine Million Einwohner zu beklagen, in Brandenburg waren es 88 Tote. "Der Rückgang der tödlichen Verkehrsunfälle in Mecklenburg-Vorpommern ist auch ein Erfolg der kontinuierlichen Verkehrssicherheitsarbeit und der nicht nachlassenden Kontrolltätigkeit der Landespolizei", lobte der Innenminister. Aber auch bauliche Veränderungen in Baumalleen wie die Ausrüstung mit Schutzplanken und Geschwindigkeitbeschränkungen hätten ihre Wirkung gezeigt.

Einen weiteren Grund für die positive Unfallentwicklung sehen Experten in der vor zwei Jahren fertiggestellten und im Vergleich zu Bundesstraßen sicheren Ostseeautobahn. Auch hat die bessere Sicherheit in Fahrzeugen bundesweit zu einem positiven Trend geführt.

Insgesamt starben 2008 in Mecklenburg-Vorpommern 132 Menschen - das sind 13 Personen weniger als im Jahr zuvor. Auch bei den Zahlen der Verletzten sind deutliche Rückgänge zu verzeichnen. Mit 1607 Schwerverletzten wurde ein Rückgang von 10,9 Prozent registriert. Bei den Leichtverletzten sank die Zahl auf 6593 Betroffene und um 4,2 Prozent. Insgesamt, so zählten die Statistiker, kam es zu 57 734 Verkehrsunfällen - im Jahr zuvor waren es 58 035 Unfälle. Junge Autofahrer waren wie bereits in den vergangeen Jahren überproportional an den Unfällen beteiligt. Caffier: "Die Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen hat einen Anteil von zehn Prozent an der Gesamtbevölkerung, sie ist aber bei den Opfern tödlicher Verkehrsunfälle mit 24 Prozent vertreten".

Bei sogenannten Disco-Unfällen starben im letzten Jahr 14 junge Menschen. Das ist ein deutlicher Anstieg um sieben Getötete. "Bewährte Präventionsmaßnahmen wie das "Fifty-Fifty-Taxi werden deshalb auch künftig fortgeführt", kündigte Caffier an.

Im vergangenen Jahr hat die Polizei bei 41000 Geschwindigkeitkontrollen 4,36 Millionen Fahrzeuge kontrolliert. In 206 623 Fällen waren die Autofahrer zu schnell. Außerdem wurden 4650 Fahrzeugführer mit einem zu hohen Alkoholspiegel erwischt. 695 weitere Fahrer standen unter Drogeneinfluss - 81,5 Prozent mehr als 2007. "Der Anstieg ist vorrangig auf die intensiveren Kontrollen in diesem Deliktfeld zurückzuführen", erklärte der Innenminister.

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