Strandresort: 40 Jobs in Planung

Der neue Eigentümer des Ostseeferienzentrums, Irmin Stintzing, begutachtet die Arbeiten auf der Großbaustelle
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Der neue Eigentümer des Ostseeferienzentrums, Irmin Stintzing, begutachtet die Arbeiten auf der Großbaustelle

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13. Mai 2012, 06:04 Uhr

Markgrafenheide | Die Bauarbeiten auf dem Gelände des ehemaligen Ostseeferienzentrum gehen in großen Schritten voran. Die meisten Gebäude sind bereits abgerissen worden. Nur ein paar wenige Häuser sollen auf dem 75 000 Quadratmeter großen Areal bestehen bleiben und neue Funktionen bekommen.

Seit Anfang 2010 stehen die neuen Eigentümer, Bauunternehmer Irmin Stintzing und Rechtsanwalt Michael Rode, fest. Jetzt beginnt der lang ersehnte Umbau der Ferienanlage. "Ende Februar haben wir angefangen, die Gebäude von Dachpappen und Dämmstoffen zu trennen und nun kann endlich der Schutt beseitigt werden" erklärt Stintzing. Geplant hat er viel. Im Frühjahr 2014 soll Eröffnung gefeiert werden. In den geplanten Apartement- und Familienhäusern sollen dann mehr als 400 Betten im Strandresort Markgrafenheide, wie das Feriendorf dann heißen wird, entstanden sein. Die Urlauber sollen sich ganzjährig erholen können. Dazu gehört auch ein Wellnessbereich mit großer Schwimmhalle, welche im früheren Tanzsaal entstehen wird, wo sich zurzeit ein bizarrer Anblick bietet. Auf dem Boden verstreut, liegen unzählige Scherben von zerbrochenem Geschirr und der angeschlossene Küchenbereich sieht aus, als wären die letzten Urlauber und Mitarbeiter aus dem Ostseeferienzentrum übereilt geflohen.

Zukünftig mindestens 40 Arbeitsplätze im Strandresort

Zuletzt waren noch bis März eine Surfschule und ein Imbiss auf dem verlassenen Gelände ansässig. Die Wassersportler haben sich ein Zwischenquartier am Schnatermann gesucht. Der Imbissbetreiber durfte seinen Container noch am Rand des Geländes stehen lasen, "denn hin und wieder verirren sich ja noch ein paar Hungrige hier an den Strand und vielleicht können auch die Wassersportler wieder hier ansässig werden" so Stintzing. Denn geplant sind, neben Wellness, auch ein moderner Wassersportbereich, eine Strandbar und mehrere Restaurants mit Imbissversorgung und auch gehobeneren Ansprüchen.

Ein besonderes Projekt hat sich erst während der Bauarbeiten ergeben. Zwei der Häuser, die eigentlich abgerissen werden sollten, beherbergen durch den jahrelangen Leerstand verschiedene Arten von Fledermäusen. "Wir wollen diesen Umstand gleich für das Strandresort nutzten, lassen die Gebäude noch stehen und behalten die Fledermäuse bis sie aus ihrem Winterschlaf erwacht sind" erläutert Stintzing. Mit dem Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie wurde schon über eine Lösung gesprochen und mit dem Abriss wird ein Neubau für das Sommerquartier der Fledermäuse einher gehen.

Eine erste Prognose dazu, wie viele Mitarbeiter er künftig im Strandresort beschäftigen wird, kann Stintzing seit dieser Woche geben: "Wahrscheinlich werden nicht weniger als 40 Beschäftigte hier einen Job finden, aber genau können wir das noch nicht sagen." Für die Region sind das gute Aussichten, denn das Gelände war seit fünf Jahren ungenutzt und verfiel immer weiter durch den anhaltenden Leerstand. Zunächst war eine zwischenzeitliche Nutzung durch den Vorbesitzer vorgesehen, jedoch konnten sich die Parteien auf kein Angebot einigen und so ging der Verfall weiter. Stintzing und sein Partner Rode haben bei der letzten europaweiten Ausschreibung der Stadt Rostock mit ihrem Konzept überzeugt und haben das Areal nun für 66 Jahre gepachtet. Für den Bauunternehmer war sofort klar: "Daraus wollte ich was machen. In den 1990er Jahren haben meine eigenen Kinder hier auch ihre Ferien verbracht und schon deshalb verbindet mich noch heute etwas mit dieser Ferienanlage."

Was von vielen befürchtet wurde, dass der Strandzugang exklusiv für die Feriengäste bestimmt sein soll, wird nach Stintzings Aussagen nicht eintreten. Er sagt: "alle sind willkommen, auch Tagesgäste."


Geschichte des Ferienlagers

Schon 1954 wurde auf dem Gelände in Markgrafenheide der erste Grundstein für ein Pionierlager der FDJ gelegt. Im Laufe der Jahrzehnte hat man die Ferienanlage immer weiter ausgebaut und modernisiert. In den 80er Jahren hatte dort der VEB Chemiefaserwerk Premnitz aus Brandenburg sein eigenes Ferienlager für die Arbeiter. Nach der Wende hat Michael Sadowsky das Ostseeferienzentrum übernommen bis 2007 der Pachtvertrag auslief. Seitdem hat die Stadt Rostock in mehreren Ausschreibungen versucht das Feriengelände an neue Investoren zu vergeben. Ein neues Angebot von Sadowsky wurde damals nicht angenommen, auch keine Zwischennutzugn. Erst Stintzings neues Konzept stieß auf offene Ohren und Zustimmung.

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