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Einbrecher aus Rostock : Strafe für 37 Beutezüge

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Einbrecher zu fünf Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt

Enrico M.(29) aus Rostock muss für fünf Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. So lautete heute das Urteil des Landgerichtes wegen 29-fachen Wohnungseinbruchs in Rostock. In das Urteil bezog das Gericht eine Strafe von zwei Jahren und drei Monaten mit ein, die das Amtsgericht Waren für acht Einbrüche in Einfamilienhäuser in der Müritzer Gegend ausgesprochen hatte, die Enrico M. Anfang 2015 beging.

Das Landgericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte von Mai 2015 bis Juni 2016 in 29 Rostocker Einfamilien- und Reihenhäuser eingebrochen ist und Handtaschen sowie Rucksäcke mit wertvollem Inhalt an sich genommen hat. Mehrmals nutzte er die gestohlenen EC-Karten, deren PIN dabei lagen, um hohe Summen abzuheben.

Enrico M. war immer nachts und früh morgens unterwegs. Er öffnete Türen, die nur zugezogen waren, kam in den Flur, nahm Gegenstände und verschwand binnen weniger Minuten. Die Hausbesitzer schliefen im Obergeschoss.

Lange kamen ihm die Ermittler nicht auf die Schliche. Es war ein Rätsel, wie der Dieb in die Häuser gelangte, ohne Spuren zu hinterlassen. Enrico M. führte dem Gericht vor, wie er mit einer speziell gebogenen Regenschirmspeiche aus besonderem Metall die Haustüren öffnete. Damit hatte er sogar feststellen können, ob eine Tür abgeschlossen ist oder nicht.

Ein Gartenbesitzer aus Groß Klein lieferte die nötigen Hinweise, um den Täter auf die Schliche zu kommen. Der Mann war von Nachbarn informiert worden, dass ein Fenster seiner Laube offen stand. Bei der Kontrolle fand er in dem Häuschen diverse Handtaschen mit Ausweisen sowie Führerscheinen. Die Ermittler konnten die DNA des Angeklagten sicherstellen, der im Gartenhaus den Winter verbracht hatte.

Das Gericht wertete zugunsten des 29-Jährigen, dass er ein umfassendes Geständnis ablegte, zur Aufklärung von Taten beitrug, die ohne sein Zutun nicht bekannt geworden wären. Zum Nachteil wurden die Vorverurteilungen gewertet. Der Richter redete dem Angeklagten ins Gewissen. „Sie haben bereits einen Großteil ihrer jungen Jahre hinter Gittern verbracht. Dabei sind sie ein netter junger Mann, haben die Maurerlehre abgeschlossen, soll das so weiter gehen? Sie haben jetzt lange Zeit, über einen Richtungswechsel nachzudenken.“

Die Staatsanwaltschaft hatte ebenfalls fünfeinhalb Jahre beantragt, die Verteidigung auf fünf Jahre plädiert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Wie aber Rechtsanwalt Gunnar Engel sagte, wird sein Mandant keine Revision einlegen.

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