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Staatsanwaltschaft Schwerin : Strafanzeige gegen Polizisten

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Staatsanwaltschaft Schwerin untersucht in zwei Fällen mögliches Fehlverhalten von Beamten

von
erstellt am 09.Mai.2014 | 07:45 Uhr

Polizisten in Westmecklenburg sind in zwei Fällen selbst ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten. Die Schweriner Ermittlungsbehörde hat gegen fünf Polizeibeamte der Landeshauptstadt ein Verfahren wegen des Verdachts der unterlassenen Hilfeleistung eingeleitet. Das bestätigte Oberstaatsanwalt Stefan Urbanek gestern gegenüber unserer Redaktion.

Hintergrund ist der Fund der Leiche eines 44-jährigen Obdachlosen in den Morgenstunden des 15. April im Schweriner Stadtteil Mueßer Holz in der Nähe einer Skaterbahn. Am Abend zuvor hatte eine Frau die Polizei zu dem Mann gerufen. Nach Informationen unserer Redaktion waren Beamte in zwei Streifenwagen vor Ort. Nach ihren Angaben habe es keine Hinweise auf eine medizinische Notlage oder Anhaltspunkte für eine Straftat gegeben. Doch die Schweriner Staatsanwaltschaft hat jetzt daran offenbar Zweifel.

„Wir prüfen, ob strafrechtlich relevantes Verhalten den Tod des Obdachlosen verursacht oder begünstigt hat“, sagte Urbanek. Trotz einer Obduktion der Leiche stehe die genaue Todesursache bislang nicht fest. „Noch kommen mehrere Möglichkeiten in Betracht“, erklärte der Oberstaatsanwalt. Erst wenn die Ursache geklärt ist, könnten nähere Angaben gemacht werden. Es seien weitere rechtsmedizinische Untersuchungen dazu notwendig. Klar ist bislang, dass der Obdachlose nicht Opfer eines Verbrechens wurde.


Pullover zerschnitten


Vorwürfe gibt es auch gegen einen Polizeibeamten in Hagenow. Oberstaatsanwalt Urbanek bestätigte ebenfalls gestern den Eingang einer Strafanzeige wegen Nötigung und Sachbeschädigung: „Die Anzeige wird derzeit geprüft.“

Der Polizist hatte am 27. April Jugendliche in der Hagenower Innenstadt kontrolliert, die mit Mopeds auf dem Bürgersteig gefahren waren. Einer der Kontrollierten trug einen Kapuzenpullover mit der Aufschrift A.C.A.B (dt. Alle Polizisten sind Bastarde). Der Beamte empfand das Kürzel als Beleidigung und forderte den Jungen auf, den Pullover auszuziehen und mit einem Messer zu zerschneiden. „Das habe ich ohne Widerstand getan“, so der Jugendliche gegenüber unserer Redaktion. Eine Sprecherin der Inspektion in Ludwigslust: „Das Vorkommnis ist bei uns bekannt.“ Die Polizei wolle sich mit dem Jungen und seinen Eltern in Verbindung setzten, um eine gütliche Einigung zu erzielen.

 

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